Verbrauchertipps Was Googeln mit Energiesparen zu tun hat

Wenn schon Politiker auf Klimakonferenzen nichts ausrichten, fühlen sich einfache Bürger erst recht machtlos, wenn es um einen besseren Umgang mit Energie geht. Dabei kann der Einzelne enorm viel sparen. Ganz ohne politischen Druck, einfach per Knopfdruck.

Von Sabrina Ebitsch

Deutsche Haushalte verbrauchen mehr als 600 Terawattstunden Energie im Jahr - das sind 600 Billionen Wattstunden. Unser Energieverbrauch lässt kaum nach - trotz Wirtschaftskrise, trotz Klimawandel, trotz immer effizienterer Geräte.

Vielleicht passiert das, weil wir insgesamt immer mehr Geräte in unseren Alltag lassen; vielleicht aus Unwissenheit oder Nachlässigkeit, vielleicht aber auch weil sich angesichts der Taifunkatastrophe auf den Philippinen oder der enttäuschenden Klimakonferenz in Warschau ein Gefühl der Machtlosigkeit einstellt.

Süddeutsche.de und Le Monde sind Medienpartner von Arte für das Doku-Game "Fort McMoney". Wer mitspielt, bestimmt mit: Er übernimmt die Rolle der Einwohner von Fort McMurray in Kanada, ihren Zwiespalt zwischen Wirtschaftsboom einerseits, sozialen und ökologischen Problemen andererseits. Das Spiel wird von der kanadischen Medienförderung CMF/FMC mitfinanziert, vom kanadischen Filmboard ONF/NFB und der Firma Toxa produziert. Hier geht es zum Spiel.

Das ist nachvollziehbar, aber teilweise unberechtigt. Denn die Bürger unterschätzen die enormen Einsparpotenziale in ihren Haushalten. In den kommenden Jahren ließe sich ohne schmerzhafte Einschnitte mehr als ein Viertel Energie einsparen. Hier lesen Sie, wie Sie dazu beitragen können.

Küche

  • Machen Sie dem Kühlschrank die Arbeit nicht unnötig schwer: Stellen Sie ihn nicht direkt neben Herd oder Heizung. Und wenn beim Abendessen etwas übrig bleibt, lassen Sie die Reste der Lasagne erst abkühlen, bevor sie in den Kühlschrank wandert. Auch Einkäufe stressen den Kühlschrank weniger, wenn sie in einer Kühltasche nach Hause transportiert werden. Tür auf, Tür zu - möglichst schnell, sonst muss er mehr arbeiten.
  • Profi- und Hobbyköche wissen Gasherde zu schätzen - energiebewusste Verbraucher auch: Geräte mit Gas arbeiten deutlich effizienter als klassische Elektroherde. Wer nun aber so einen in der Küche stehen hat, sollte das oft empfohlene, aber auch oft verzichtbare Vorheizen sein lassen. Dabei entsteht Wärme, die völlig ungenutzt verpufft. Umgekehrt kann man sich die mangelnde Effizienz älterer Geräte zunutzen machen, indem man Kochplatten oder Backofen früher ausschaltet und die noch minutenlang abstrahlende Restwärme nutzt. Außerdem: Deckel drauf, dann kocht Wasser schneller; und die Kochplattengröße möglichst exakt der Topfgröße anpassen.
  • Den Abwasch mit der Hand zu erledigen, ist keine Fronarbeit im Dienste des Umweltschutzes: Moderne Spülmaschinen verbrauchen weniger Strom und Wasser (etwa zehn Liter) als für die gleiche Menge Geschirr in die Spüle fließen würde. Wie für die Waschmaschine gilt natürlich auch für den Geschirrspüler, dass er nur voll beladen angeschaltet werden sollte und dass man auf das Vorspülen getrost verzichten kann.
  • Ziehen Sie den Stecker: Radio, Anrufbeantworter oder Kaffeemaschine sollten, wenn sie gerade nicht im Einsatz sind, ausgesteckt werden. Sonst ziehen sie weiter Strom, auch wenn sie gar nichts leisten. Der Standby-Verbrauch in Deutschland verursacht jährlich Kosten von mehr als drei Milliarden Euro.
  • Wasserkocher sind übrigens sehr sinnvolle Geräte: Einen Liter Wasser zum Kochen zu bringen, kostet mit ihnen zwei Cent, auf der Herdplatte dagegen drei Cent.
  • In der Küche wie in allen anderen Räumen gilt: Mit Energiespar- oder LED-Lampen lassen sich 75 Prozent der Stromkosten für die Beleuchtung sparen, während eine Glühbirne nur drei Prozent der Energie in Licht verwandelt, die sie verbraucht.
  • Neue Geräte lohnen sich in der Regel: Zum Beispiel sparen A+++-Kühschränke 40 Prozent Energie gegenüber Geräten der Effizienzklasse A+. Und beim Austausch einer zehn Jahre alten Waschmaschine können jährlich 35 Euro gespart werden - den geringeren Wasserverbrauch eingerechnet sogar 57 Euro.

Bad

  • Auch wenn Sie morgen so gerne Ihr Lieblingsshirt tragen möchten, warten Sie ab, bis es in der Waschmaschine genug Gesellschaft hat. Ein Durchschnittshaushalt mit zwei Personen spült mit dem Dreck aus den Klamotten auch 150 Kilowattstunden den Abfluss hinunter. Einige von ihnen lassen sich einsparen, indem man die Maschine nur voll beladen laufen lässt.
  • Vorwäsche und hohe Temperaturen sind angesichts effizienter Geräte und Waschmittel meist nicht nötig, um die Wäsche sauber zu kriegen. Wenn Sie nicht gerade die jüngste Staphylokokken-Infektion Ihres Nachwuchs bekämpfen müssen, reichen 30 Grad, um ein hygienisches Ergebnis zu erzielen. Wasser kommt mit etwa zehn Grad Celsius aus der Leitung; es auf 30 Grad zu erwärmen braucht nur halb so viel Energie wie auf 50 Grad.
  • Entsprechend gilt: Der Verzicht auf Vollbäder spart nicht nur Wasser, sondern auch Energie. Beim Duschen verbraucht man der Stiftung Warentest zufolge im Schnitt nur 40 bis 75 Liter statt 160 Liter Warmwasser und damit auch nur bis zu drei statt 6,5 Kilowattstunden Strom. Und ganz simpel: Putz- oder Gießwasser muss keine Badewannen-Temperatur haben.
  • Der Name ist Programm: Tauschen Sie Ihre alte Brause gegen eine Sparbrause und stellen Sie das Wasser beim Duschen aus, während Sie sich einseifen. Das spart der Stiftung Warentest zufolge zwei Drittel der Stromkosten des Warmwasserbereiters.