Unseriöse Vertriebspartner müssen sich warm anziehen. Die Telekom geht nach einem erneuten Datenskandal gegen schwarze Schafe vor. Die Folgen: Strafanzeigen und Vertragsstrafen.
Bei der Deutschen Telekom hat es erneut eine Datenpanne gegeben. Unterfirmen externer Partner hätten Callcenter ohne Erlaubnis des Konzerns mit Kundenwerbung beauftragt und hierfür verbotenerweise Zugang zu Kundendaten gewährt, teilte die Deutsche Telekom mit.
Die Deutsche Telekom will jetzt verstärkt gegen unseriöse Geschäftsmethoden vorgehen. (© Foto: ddp)
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Insgesamt hätten vier Vertriebspartner die Datenschutzverpflichtungen und die vereinbarten Vertriebsmethoden nicht eingehalten. Die Telekom hat deshalb Strafanzeige erstattet und die Zusammenarbeit beendet oder Abmahnungen erteilt. Zudem fordere der Konzern Provisionen zurück und erhebe Vertragsstrafen. Sie beliefen sich insgesamt auf rund 1,5 Millionen Euro.
Kontrollen hätten gezeigt, dass vier Vertriebspartner im Festnetzbereich den Datenschutz verletzt und vereinbarte Vertriebsmethoden nicht eingehalten hätten, sagte der Bonner Konzern.
Vertragsstrafen gegen Geschäftspartner
Zudem verhänge die Telekom Vertragsstrafen gegen die Geschäftspartner und fordere die Rückzahlung zu viel entrichteter Provisionen in Höhe von insgesamt 1,5 Millionen Euro. Die Vertragspartner hätten verbotenerweise telefonisch Festnetz-Anschlüsse der Telekom verkauft und dafür Provisionen erhalten, die in ihrer Höhe nur für den Verkauf in Geschäften vorgesehen sind.
Trotz des Vorfalls hält die Telekom die Zusammenarbeit mit Vertriebspartnern grundsätzlich für unbedenklich. Missstände bei einzelnen Unternehmen dürften nicht auf die gesamte Branche übertragen werden.
Der Konzern werde seine Kontrollen bei Vertriebspartnern "verstärken und zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen einführen", erklärte die Telekom. Die Telekom wolle "gegen unseriöse Vertriebsmethoden hart durchgreifen", erklärte Datenschutzsvorstand Manfred Balz.
Angeblich kein Zugriff auf die Kundendaten
Die Telekom arbeitet beim Verkauf ihrer Produkte mit Geschäftspartnern wie etwa Fachhändlern zusammen, die auch Angebote anderer Telekommunikationsfirmen vertreiben. Diese Partner haben nach Angaben der Telekom keinen freien Zugriff auf die Kundendaten des Konzerns, sondern nur Zugriff auf spezielle Portale.
Dort bekommen sie nur den Datensatz des Kunden, den sie gerade brauchen. Der Zugang zu diesen Vertriebspartnerportalen wurde den Angaben der Telekom zufolge verbotenerweise an Callcenter weitergegeben - teils auch aus dem Ausland.
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(sueddeutsche.de/dpa/afp/gits/tob/pak)
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