Klemmende Gaspedale, rutschende Fußmatten - und jetzt stehen die Autos auch noch unter Kipp-Verdacht: Toyota muss den Verkauf eines Lexus-Geländewagens stoppen.
Als ob Toyota in den vergangenen Wochen und Monaten nicht genug Ärger gehabt hätte: Weltweit muss der Autohersteller 8,5 Millionen Fahrzeuge wegen Qualitätsproblemen in die Werkstätten zurückbeordern - jetzt sorgt ein weiteres Modell für Ärger.
Toyota muss den Verkauf des Lexus stoppen. (© Foto: AFP)
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Es geht um den Geländewagen GX 460 der Toyota-Luxusmarke Lexus. Der wurde bei einem routinemäßigen Fahrtest des Magazins Consumer Report, einer Art Stiftung Warentest der USA, auf Herz und Nieren geprüft - das Ergebnis hat die Toyota-Oberen wenig gefreut.
Denn bei dem Test brach offenbar das Heck des Wagens aus. Erst im letzten Moment, so heißt es in dem Bericht, habe das elektronische Stabilitätsprogramm eingegriffen und das Auto wieder beherrschbar gemacht. Allerdings hätte sich der GX 460 im richtigen Straßenverkehr auch überschlagen können, bilanzierte das Magazin und empfahl: "Don't buy" - nicht kaufen.
Erinnerungen an Elchtest
Toyota hat prompt reagiert. Der Generalmanager in den USA für die Luxusmarke Lexus, Mark Templin, schrieb der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge in einer E-Mail, der Konzern nehme die Angelegenheit "sehr ernst" und sei entschlossen, den Missstand abzustellen. Die Lexus-Händler in den USA seien angewiesen worden, das Modell nicht weiter zu verkaufen.
Der Bericht weckt Erinnerungen an den legendären Elchtest der A-Klasse von Mercedes-Benz. Der Hoffnungsträger der Stuttgarter hatte 1997 bei einem Ausweichmanöver in Schweden abgehoben. Mercedes musste sich viel Hohn und Spott gefallen lassen, der Ruf litt. Der Hersteller löste das Problem unter anderem mit dem serienmäßigen Einbau des damals noch wenig verbreiteten elektronischen Stabilitätsprogramm.
Toyota betonte, der Geländewagen entspreche den Sicherheitsanforderungen der USA. Gleichzeitig versprach das Unternehmen, den Test des Magazins wiederholen zu wollen.
Der japanische Hersteller steht unter enormem Druck wegen seiner Pannenserie. Klemmende Gaspedale, rutschende Fußmatten und kurzzeitig aussetzende Bremsen sollen alleine in den USA 52 Menschen das Leben gekostet haben.
Sehen Sie hier den gesamten Test von Consumer-Report.
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(sueddeutsche.de/dpa/tob/pak)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Das ist schlicht und ergreifend Wirtschaftsprotektionismus !
Die Amis wollen ihre eigenen saufenden Personenkampfpanzer ala Cadillac Escalade verkaufen. Bei einem Elchtest werfe ich diesen mit Leichtigkeit auf die Seite.
"Heck bricht aus" - dass ich nicht lache. SUVs sind Dinosaurier. Vergessen wir nicht, dass die USA eine Geschwindigkeitsbeschränkung haben. Normalerweise kann man dort noch ausgezeichnet mit Starrachsen an Blattfedern fahren - und das machen die Amis auch, was die Anzahl der noch zugelassenen Youngtimer aus den 60er Jahren beweist.
Brems- und Gaspedal verwechseln - das gab's schon mal. Als der Erfolg von Audi in den USA, auch auf der Rennstrecke(!), zu unheimlich wurde. Fußmatten verklemmen die Gaspedale - sind die Amis zu doof, um die Matten richtig zu positionieren?
Bei einem direkten Vergleich Cadillac Escalade (oder vergleichbare amerik. SUVs) gegen den Lexus fällt der Escalade gewaltig auf die Schnauze. Dem Hybridantrieb haben die Amis in dieser Klasse nichts entgegenzusetzen.
Es ist wie mit der Oma, die sich mit dem Kaffee die Knie verbrüht, und dafür McDonalds auf Schadenersatz verklagt - und gewinnt! Es gibt zu viele gierige Anwälte.
Es ist und bleibt Protektionismus in seiner reinsten Form, weil die Amis keine Innovationen im Automobilbau vorweisen können.
Normal ist das nicht - für alle Autos, außer Sportwagen, wird heute untersteuerndes Fahrverhalten gefordert.
Dann sollte das Auto bei zu hoher Kurvengeschwindigkeit über die Vorderräder schieben, anstatt Hinten auszubrechen. Das Problem ist, wie auf der verlinkten Seite geschildert, dass bei einer Entlastung der Hinterachse durch Gaswegnehmen zu wenig Seitführungskraftreserven an den Hinterrädern vorhanden sind.
Toyota hat also seine eigenen Vorgaben verfehlt, deshalb auch der Rückruf. Von Verschwörung keine Spur - Consumer Report empfielt den Lexus LS 460L als "mit 99 von 100 Punkten bestes jemals getestes Auto"!
Wenn man sich das Video mal genauer ansieht, dann kann man erkennen, dass der Lexus mit sehr hoher Geschwindigkeit in eine langezogene Rechtskurve einlenkt. Genau genommen werden sich die meisten Fahrzeuge dieser Bauart so verhalten, denn es sind nunmal keine Sportler. Was ich viel erstaunlicher finde ist das eher untypische Verhalten eines 4x4 in der Situation. Mir erscheint es eher, das Fahrzeug war auf Hinterradantrieb, ist aber aus der Kameraperspektive schwer zu erkennen.
neue Folge aus dem nationalen US-Magazin: "Kauft nicht beim Japaner! Kauft beim Ar^^^ äh Amerikaner!"
Durchsichtiges Manöver.
DW
naja unter bestimmten umständen kann jedes auto kippen. und wenn man es darauf anlegt verrutschen auch fußmatten.
mich wundert überhaupt nicht, dass das problem v.a. in den usa auftritt- dort wird doch sogar eine fastfood kette verklagt, weil sie heißen kaffee verkauft. gesunder menschenverstand absolute fehlanzeige.
Paging