Telefonanlagenhersteller Unify Ex-Siemens-Sparte halbiert Belegschaft

Der Telefonanlagenhersteller Unify, den Siemens mehrheitlich an den US-Investor Gores verkauft hat, will sich auf Software-Lösungen konzentrieren. Dem Umbau fallen 3800 Stellen zum Opfer.

Der Münchner Telefonanlagenhersteller Unify streicht 3800 Stellen. Das Unternehmen, das Siemens vor sechs Jahren mehrheitlich an den US-Finanzinvestor Gores verkauft hat, wolle sich stärker auf Software-Angebote verlegen, teilte Unify am Montag mit.

Weltweit beschäftigt die frühere Siemens Enterprise Communications (SEN) noch 7700 Beschäftigte. Die Hälfte des Stellenabbaus entfalle auf Zentraleuropa. In Deutschland will Unify mehrere Standorte schließen. Wo genau wie viele Stellen wegfallen, sei noch in Verhandlung mit Arbeitnehmervertretern, sagte ein Sprecherin. "Der Markt verändert sich heute schnell, und die Ansprüche, die die nächsten Generationen von Anwendern bei unseren Kunden anmelden, verändern sich ebenfalls rasant", erklärte der neue Vorstandschef Dean Douglas.

Siemens hält einen Minderheitsanteil von 49 Prozent an Unify - und steht selbst vor einem größeren Umbau. Die IG Metall sprach von einem "Kahlschlag" und kündigte Widerstand an. "Seit Jahren mahnen Betriebsräte und IG Metall eine belastbare Zukunftsperspektive für das Unternehmen und die Beschäftigten an - bis heute leider vergeblich", kritisierte Peter Mokrus, Unternehmensbetreuer der IG Metall für Unify.