Tarifverhandlungen bei Lufthansa Verdi verzichtet über Ostern auf Warnstreiks

Von einer Einigung sind Verdi und die Lufthansa in ihren Tarifverhandlungen weit entfernt. Weitere Warnstreiks sind deshalb wahrscheinlich. Für die Osterzeit müssen sich Reisende jedoch keine Sorgen machen.

Trotz weiterhin ergebnisloser Tarifverhandlungen verzichtet die Gewerkschaft Verdi über die Osterfeiertage auf erneute Warnstreiks bei der Lufthansa. Man wolle die Ferienreisenden nicht in Mitleidenschaft ziehen, sagte eine Sprecherin, nachdem am Freitag die Verhandlungen für 33.000 Beschäftigte auf den 17. April vertagt worden waren. Man behalte sich Aktionen aber weiterhin vor.

"Wir liegen weit auseinander", kritisierte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle. Der Tarifkonflikt bestehe "trotz langer und intensiver Verhandlungen" weiter.

Am Donnerstag hatte die Lufthansa wegen eines ersten Warnstreiks knapp 700 Flüge vorsorglich abgesagt. In den Verhandlungen habe das Unternehmen zunächst kein Angebot vorgelegt und auch seine Gegenforderungen nicht zurückgenommen, erklärte die Verdi-Sprecherin. Ein Angebot sei für die nächste Verhandlungsrunde angekündigt worden. Bislang sei vor allem über Möglichkeiten der Beschäftigungssicherung gesprochen worden.

Weltweit 3500 Stellen in Gefahr

Verdi fordert für die Mitarbeiter vor allem aus den Technik- und Servicebereichen 5,2 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und wirksamen Kündigungsschutz im Rahmen des Sparprogramms "Score". Die Lufthansa fordert neben einer Nullrunde bis Januar 2015 eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit um eine Stunde. Lufthansa äußert sich nicht zu laufenden Tarifverhandlungen.

Die größte deutsche Fluggesellschaft durchläuft derzeit ein Spar- und Kürzungsprogramm. Der Konzern will unter anderem weltweit 3500 Stellen in der Verwaltung streichen und dadurch zusammen mit anderen Schritten sein Ergebnis im laufenden Geschäft um 1,5 Milliarden Euro verbessern.