Vielfalt auf allen Ebenen: Anke Meier sorgt beim Konsumgüterhersteller Henkel dafür, dass die Globalisierung im Unternehmen selbst ankommt.
Der Henkel-Renntag auf der Düsseldorfer Galopprennbahn ist traditionell ein fröhliches Familienfest. Neben Hüpfburg und Ponyreiten für die Kleinen lockt eine Picknickwiese mit freiem Blick auf die malerische Anlage im Stadtteil Grafenberg.
Bild vergrößern
Anke Meier hat keine Berührungsängste mit fremden Kulturen. (© Foto: Wilfried Meyer)
Anzeige
Im VIP-Bereich wetteifern Damen mit ausgefallenen Hüten um Aufmerksamkeit. Und für Freunde des Galoppsports ist die Veranstaltung ohnehin ein Muss: Das Rennen um den Preis der Diana unter dem Patronat von Henkel ist mit mehr als 600.000 Euro das höchstdotierte Stutenrennen in Deutschland.
Seit 130 Jahren ist der Persil-Hersteller in Düsseldorf zu Hause. Und mit Veranstaltungen wie dem Renntag am ersten Sonntag im August betont das Unternehmen regelmäßig seine Verbundenheit zum Standort. Aber so bodenständig wie sich der Konzern bei diesen Gelegenheiten gibt, ist er keineswegs.
"Die deutsche Firma Henkel gibt es so nicht mehr", sagt Vorstandschef Kasper Rorsted. Henkel sei heute ein globales Unternehmen mit deutschen Wurzeln. Tatsächlich erwirtschaftet die Firma 80 Prozent des Umsatzes im Ausland, und von 100 Mitarbeitern haben nur 17 einen deutschen Pass. Auch der Vorstand ist so international besetzt wie kaum ein anderes Führungsteam unter den Dax-Konzernen: Drei der fünf Topmanager sind keine Deutschen.
Rorsted, ein Däne, ist im April dieses Jahres an die Spitze des Vorstands gerückt. Zu den vielen Dingen, die er bei Henkel anstoßen möchte, gehört, das Management noch stärker zu mischen - nach Alter, Geschlecht, aber auch nach Nationalitäten.
Blick für die Vielfalt
"Die Mitarbeiter, die wir jetzt suchen, müssen internationale Erfahrungen haben und im Ausland gearbeitet haben", fordert der Henkel-Chef. Dieses Thema voranzutreiben ist eine der Aufgaben von Anke Meier.
Sie hat im November vergangenen Jahres eine Stelle angetreten, die es im Management von Henkel bisher nicht gab: als Verantwortliche für Diversity, also Vielfalt. "Wir wollen Teams so zusammensetzen, dass unterschiedliche Talente, Ansichten und Kulturen zu einer besseren Lösung von Problemen beitragen und Henkel im Wettbewerb Vorteile bringen", sagt die 45-Jährige.
Sie untersteht direkt Vorstandschef Rorsted. Und der Vorstandschef hat ihr eine sehr anspruchsvolle Vorgabe gegeben: "Wenn die Leute in ein paar Jahren Henkel hören, sollen sie möglichst gleich an Diversity denken."
Meier hat zunächst einmal eine Bestandsaufnahme über die Diversity-Aktivitäten bei dem Markenartikel-Hersteller gemacht. Schließlich ist das Thema so neu nicht, nur die Verantwortlichkeit und damit der Stellenwert haben sich geändert. Wenn es um Vielfalt ging, liefen die Fäden früher in der Personalabteilung zusammen.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, welche Herausforderungen Anke Meier bei Henkel bewältigen muss.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
- Talente: Jens Weidmann (14) Merkels Adlatus 04.08.2008
- Konsumgüter Henkel streicht Tausende Stellen 27.02.2008
- Prävention von Burn-out Der Chef kann es richten 19.05.2010
- Führungsspitzen Lieber schöne Lügen als hässliche Wahrheiten 26.04.2010
- Speed-Dating mit dem Chef In zehn Minuten zum Traumjob 26.02.2010
- Kündigung wegen Kritik Chef-Bashing im Internet 11.02.2010
- Britische Werbung beleidigt Deutsche Der Chef brüllt deutsch 20.01.2010
Mubarak-Prozess in Ägypten
Schon wieder so eine Globalisierungslüge. Multis wie Henkel gründen solche internationale Funktionsteams ausschließlich deswegen, um das weltweit niedrigste Lohnniveau für eine bestimmte Funktion zu finden. Das ganze "Regenbogen- / Schmelztiegel"- Gequatsche glaubt bestenfalls die junge Lady, die hier vorgeschoben wird.
Kreativität braucht Heimat, und dazu gehört die Muttersprache. Wirklich kreativ sind nur Menschen, die schaffen können, ohne über die Sprache nachdenken zu müssen, in der sie ihre Ideen beschreiben sollen. Wenn alle in Xinglish herumstopseln, kommt bestenfalls internationaler Einheitsbrei heraus. Und Kreativität braucht Angstfreiheit: soll heißen keine Angst davor haben zu müssen, dass mein Job morgen schon nach Indien oder China verschoben wird.
Für was steht eigentlich das (14) in der ersten Zeile? Das Alter der Protragonistin kann es ja wohl nicht sein.