Streik abgewendet Einigung im Tarifkonflikt bei Lufthansa-Flugbegleitern

Kunden der Lufthansa können sich freuen: Bei der größten deutschen Fluglinie kommt es nicht zu erneuten Streiks der Flugbegleiter. Der Schlichterspruch war erfolgreich.

Im monatelangen Tarifkonflikt der Lufthansa-Flugbegleiter gibt es offenbar eine Einigung: Die Schlichtung sei erfolgreich gewesen, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus Verhandlungskreisen. Damit wird es keine erneuten Streiks geben.

Über Einzelheiten wurde zunächst nichts bekannt, über das Ergebnis der Gespräche soll Stillschweigen vereinbart worden sein. Auf Nachfrage von Süddeutsche.de wollte eine Lufthansa-Sprecherin die Einigung zunächst nicht bestätigen, kündigte aber an, dass Lufthansa und die Kabinengewerkschaft Ufo am Dienstagmittag gemeinsam vor die Presse treten wollen.

In dem Konflikt geht es um Tarifverträge für etwa 18.000 Flugbegleiter der Lufthansa Passage, der Passagiersparte der Flugggesellschaft. An diesem Dienstag läuft eine selbst gesetzte Frist aus, bis zu der sich die Parteien zum Schlichterspruch äußern sollten. Unter dem Vorsitz des früheren Wirtschaftsweisen Bert Rürup hatten das Unternehmen und die Gewerkschaft wochenlang an einem Tarifkompromiss für die Flugbegleiter gearbeitet.

Die Gewerkschaft Ufo verlangt fünf Prozent mehr Geld. Lufthansa hat bei einer längeren Laufzeit und längeren Arbeitszeiten 3,5 Prozent angeboten, außerdem will das Unternehmen die Gehaltsstufen abflachen.

Dem Vernehmen nach hat der als Rentenexperte bekannte Rürup in seinem Schlichtermandat Vorschläge entwickelt, die über den strittigen Vergütungstarifvertrag weit hinausgehen. Auch für den aus Lufthansa-Sicht notwendigen Personalabbau in der Kabine und die Verlagerung von 30 Maschinen samt Personal zur tariflich günstigeren Tochter Germanwings hat er Lösungen vorgeschlagen, hieß es.

Die Lufthansa hat in ihrem Kerngeschäft in Europa mit Problemen zu kämpfen. Billigfluggeschaften, die von ihrer Kostenstruktur her einen Wettbewerbsvorteil haben, machen ihr immer stärker Konkurrenz. Deshalb hat das Management ein umfassendes Sparprogramm entwickelt.

Im August und September hatten die Stewards und Stewardessen bei ihrem ersten Streik in der Lufthansa-Geschichte in drei Wellen mehr als 1000 Flüge ausfallen lassen. Das Unternehmen bezifferte den Schaden damals auf 33 Millionen Euro. Noch vor wenigen Tagen hatte die Gewerkschaft von einem drohenden Scheitern der Schlichtung gesprochen, weil zunächst keine weiteren Gesprächstermine vereinbart worden waren.