Öko-Strategie von McDonald's Grün allein genügt nicht

Aus Rot wird Grün: McDonald's verpasst sich einen neuen Anstrich. Doch der Öko-Auftritt des Fastfood-Konzerns ist nichts weiter als Schönfärberei.

Ein Kommentar von Silvia Liebrich

Grün ist eine begehrte Farbe. Grün gilt nicht nur als Farbe der Hoffnung, sondern steht auch für umweltfreundliches Wirtschaften. Ein Erfolgsfaktor, mit dem sich bei Geschäftspartnern und Verbrauchern hervorragend punkten lässt.

Das dachte sich auch der Fastfood-Konzern McDonald's, der angekündigt hat, dass er in Zukunft mehr "grün" als "rot" sein wolle. Geht es danach, dann hat die Farbe Rot als Hintergrund für das geschwungene goldgelbe "M", bald ausgedient, also jene Farbe, die bei Stoppschildern und Ampeln Gefahr signalisieren soll. Und die im Fall von McDonald's als Warnung vor ungesundem Essen interpretiert werden könnte?

So will man den Farbwechsel bei McDonald's freilich nicht verstanden wissen, sondern als ein Bekenntnis zum Umweltschutz. Das ist grundsätzlich lobenswert. Allein reicht das jedoch nicht aus.

Wer es erst meint mit dem Umweltschutz, muss glaubhaft machen, dass er sparsam mit Energie und anderen Ressourcen umgeht, also ein überzeugendes Konzept vorlegen. Ein Nachweis, den die Schnellrestaurantkette bislang schuldig geblieben ist.

So werden nach wie vor jedes Jahr Berge an Verpackungsmüll produziert. Tonnen von Burgerfleisch landen im Müll, weil es nicht schnell genug an den Mann oder die Frau gebracht werden kann.

So gesehen ist die Grünfärbung von McDonald's nicht mehr als ein Marketinggag. Ein gefährliches Spiel, denn Verbraucher werden sich durch so offensichtliche Schönfärbereien kaum täuschen lassen. Was als Imagepolitur gedacht ist, dürfte dem Unternehmen am Ende mehr schaden als nutzen. Bleibt allein die Hoffnung, dass McDonald's der Neufärbung irgendwann auch Taten folgen lässt.

Es grünt so grün

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