Möglicher Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone Was kostet das den deutschen Steuerzahler?

Aus den Hilfsprogrammen für Griechenland und den Anleihekäufen der EZB errechnet sich für die Euro-Zone ein Verlustrisiko von 157 Milliarden Euro. Der deutsche Anteil daran beträgt 37 Milliarden. Aus dem Verrechnungssystem der Euro-Zentralbanken für den Zahlungsverkehr zwischen Banken (Target2) ergab sich Ende Januar 2012 ein Negativsaldo der griechischen Zentralbank von 107 Milliarden Euro. Das Defizit dürfte inzwischen weiter gestiegen sein. Fallen diese Forderungen aus, müsste Deutschland 27 Prozent der Verluste übernehmen. Hinzu kommen noch Forderungen europäischer Bürger und Unternehmen gegenüber griechischen Firmen.

Droht der Euro-Zone das Aus?

Es ist nicht klar, wie stark der Rest Europas in Mitleidenschaft gezogen würde. Zu befürchten ist, dass angeschlagene Länder wie Portugal und Irland durch die griechischen Turbulenzen ins Wangen geraten könnten. Die Glaubwürdigkeit des Euro würde erschüttert - und Wetten auf sein Auseinanderbrechen dürften neue Rekorde erreichen.

Ist Griechenland noch zu retten?

"Natürlich", glaubt Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg-Bank. Es brauche dafür allerdings eine verantwortungsbewusste Regierung in Athen und ein gewisses Umdenken der Troika. Der Ökonom ist überzeugt: "Wird das Spar- und Reformprogramm darauf ausgerichtet, Griechenland als Investitionsstandort zu stärken, während die Sparmaßnahmen zeitlich etwas gestreckt werden, kann das Land durchaus schnell den Weg aus der Krise finden."