Arbeitgeberpräsident Hundt und DGB-Chef Sommer in einem Beirat - das riecht nach Zündstoff. Eine neue Kommission soll festlegen, in welchen Branchen ein Mindestlohn eingeführt wird.
Es hat etwas von einer Entlassungsfeier in der Schule, bei der der Schulleiter seine Schützlinge einzeln auf die Bühne ruft und ihnen das Abschlusszeugnis überreicht. Nur dass der Schulleiter in diesem Fall kein Schulleiter ist, sondern Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD). Und die Personen, die da vorne in einer Reihe stehen und einer nach dem anderen bei Scholz Handschlag und Dokument abholen, sind keine Schüler. Es sind Wissenschaftler und Verbandschefs sowie ein altgedienter Politiker.
Ein Pfleger hilft einer Frau in einem Seniorenzentrum: Arbeitsminister Scholz erwartet, dass in dieser Branche noch 2009 Mindestlöhne eingeführt werden. Ein neues Gremium soll nun ermitteln, in welchen anderen Sparten Untergrenzen nötig sind. (© Foto: AP)
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Sie erhielten am Dienstag im Bundesarbeitsministerium in Berlin vom Hausherrn ihre Ernennungsurkunden als Mitglieder des sogenannten Hauptausschusses für Mindestarbeitsentgelte. Dieses Gremium soll sich darauf einigen, in welchen Branchen die Regierung verbindliche Mindestlöhne einführt.
Doch diese Einigung könnte schwierig werden, denn die sieben Vertreter haben sehr unterschiedliche Meinungen zu dem Thema. In dem Beirat sitzen unter anderem Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt und Handwerkspräsident Otto Kentzler sowie Michael Sommer, Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes.
Zwei Wege zum Mindestlohn
Hundt stellte nach seiner Ernennung schon einmal klar, dass er nichts von Mindestlöhnen halte. Sommer hingegen erklärte, er kämpfe weiter für eine flächendeckende gesetzliche Lohnuntergrenze, sehe aber diesen Ausschuss als Chance, in einzelnen Branchen etwas zu erreichen. Viel zu moderieren also für den Vorsitzenden des Beirats, den früheren Hamburger SPD-Bürgermeister Klaus von Dohnanyi. Der Politiker, der häufiger bei Tarifkonflikten geschlichtet hat, zeigte sich zuversichtlich: "Wenn man sich Mühe gibt, ist ein Konsens möglich."
Mit dem Ausschuss gibt es in Deutschland nun zwei Wege, um Mindestlöhne in einzelnen Branchen festzusetzen. Einmal über das Arbeitnehmer-Entsendegesetz: Beschäftigen tarifgebundene Unternehmen in einer Sparte mehr als die Hälfte aller Mitarbeiter, können Arbeitgeber und Gewerkschaften beim Bundesarbeitsminister beantragen, dass die Tarifverträge allgemeinverbindlich erklärt werden. Dann müssen sämtliche Firmen die Löhne zahlen.
In Branchen, wo weniger Menschen von Tarifverträgen abgedeckt werden, kommt dagegen das Mindestarbeitsbedingungen-Gesetz ins Spiel. Hier entscheidet das neu eingesetzte Gremium, ob Mindestlöhne nötig sind. Ein Fachausschuss ermittelt danach die Höhe der Untergrenze, die Regierung macht sie für alle Anbieter verbindlich. Die Gremien beschließen mit einfacher Mehrheit; Konsens ist also nicht notwendig, doch Dohnanyi strebt ihn an. Der Mann mag offenbar Herausforderungen.
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(SZ vom 16.09.2009/tob)
Machtkampf in der Linken
2007 Großes Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
Für was hat er diesen Orden verdient? Sklaventreiber wäre der richtige Ausdruck. Gestern in PlusMinus wurde es klar und deutlich von einem Professor gesagt: Deutschland hat sich zu einem Niedriglohnland entwickelt und der "Mindestlohn" liegt bei sage und schreibe 3.50! Und da weigert sich der Arbeitgeberpräsident einen Mindestlohn festzusetzen? Sicher ist er Mitglied der CDU, mit der Betonung auf das C wie Christlich...
Sicher bereitet es ihm grossen Spass, mit seinem Mercedes Dienstwagen an den Lokalen der Tafel vorbeizufahren...
Solche gewissenlose Menschen fahren Deutschland mit Vollgas in den Abgrund. Ich bin selber Unternehmer, aber diesem Verein würde ich selbst unter gesetzlichem Zwang niemals beitreten. Wie kann ein Unternehmer seine Mitarbeiter so lausig bezahlen, dass diese aufs Sozialamt gehen müssen! Die gehören alle verhaftet und verurteilt für Verbrechen gegen die Menschlichkeit!
Was heißt hier, in welchen Branchen................ jeder Bürger sollte ein Mindestlohn erhalten, um seine Familie ernähren zu können, ohne den Kindern einen Verzichtszwang auf zu erlegen.
Traurig genug, dass mittlerweile obligate Einrichtungen existieren, die die Vernachlässigung des Staates auszugleichen suchen.