Die Regierung will sich mit einer drastischen Erhöhung der Flugticketpreise die Taschen voll stopfen. Doch die geplante Luftverkehrsabgabe ist schlecht durchdacht und schädlich.
Natürlich schimpfen die Fluggesellschaften jetzt darüber, dass die Bundesregierung mit ihrer Luftverkehrsabgabe die Tickets verteuern wird, schließlich ist das schlecht für ihr Geschäft. Bei aller Kritik an der Steuer sei aber vorausgeschickt, dass die Airlines selbst nicht zimperlich sind, ihren Kunden das Geld aus der Tasche zu ziehen.
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Flugtickets sollen bis zu 26 Euro mehr kosten - doch die neue Steuer ist nicht durchdacht. (© ag.dpa)
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Der berühmte Kerosinzuschlag war zeitweise auf einigen Strecken höher als die gesamten Treibstoffkosten pro Passagier. Und warum man für eine selbst durchgeführte Buchung im Internet eine Gebühr von zehn Euro zahlen muss, obwohl nicht annähernd Kosten in dieser Höhe entstehen, ist auch nicht zu verstehen.
Nichtsdestoweniger ist die neue Steuer, die Einnahmen in Höhe von einer Milliarde Euro bringen und von einer Regierung eingeführt werden soll, die die Steuern senken wollte, nicht durchdacht. Die Airlines werden die Kosten weiterreichen, Fliegen wird also teurer. Geschäftsreisende und gut Verdienende mögen 13 Euro für Kurzstrecken oder 26 Euro für Langstrecken ignorieren können, deswegen wird sie vor allem sozial Schwächere treffen.
Wer günstig wohnt, kann nach Basel, Zürich, Salzburg oder Amsterdam ausweichen, um die Steuer zu umgehen. Sollte dies im großen Stil passieren, wäre die Abgabe das Gegenteil von ökologisch, denn sie würde Straßenverkehr produzieren.
In den Niederlanden hat die Regierung eine ähnliche Steuer wieder abgeschafft, weil die Einnahmen des Staates sogar zurückgingen, nachdem die Passagiere scharenweise geflohen waren. 2012 werden die Fluggesellschaften in den Emissionshandel aufgenommen. Der ist als ökologisches Steuerungsmittel sinnvoller, bringt aber der deutschen Staatskasse weniger.
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(SZ vom 16.07.2010/mel)
Mubarak-Prozess in Ägypten
Unabhängig davon ob die besagte Luftverkehrsabgabe sozial gerecht ist oder nicht, ihre Konsequenzen lassen sich auf jeden Fall nicht in solch einfache und vorgefertigte Schemen drücken wie es in diesem Beitrag geschehen ist.
Entsprechend kann es nur hilfreich sein sich zumindest einen Hauch an ökonomischem Verständnis anzueignen bevor man versucht Regulierungsbemühungen sowie deren Konsequenzen zu beurteilen. In der Tat mögen einen armen Menschen eine zusätzliche Abgabe von 13 bzw. 26 Euro stärker belasten als einen reichen Menschen der ein höheres Nettoeinkommen hat. Entsprechend mag es auch sein, dass es sich manch armer Mensch kein Flugticket mehr leisten kann/mag und entsprechend die Nachfrage nach Flügen sinkt (Arme Leute reagieren elastischer als Reiche auf eine Erhöhung der Preise). Das ist nun aber nicht das Ende der Betrachtung. Während den Fluggesellschaften bewusst ist dass die Luftverkehrsabgabe zu keinem Nachfragerückgang bei den reicheren Passagieren führen wird, wird sie versuchen den Rückgang bei den Ärmeren abzuwenden, indem Sie selbst die Ticketpreise um einen gewissen Betrag absenken wird. Ein Teil der zusätzlichen Belastung durch die Abgabe wird also von den Airlines übernommen (in der VWL ist das der Unterschied zwischen Zahllast und Traglast einer Steuer). Entsprechend schlägt die Nettoerhöhung durch die Einführung der Luftverkehrsabgabe auch nicht mehr so stark ins Gewicht und der Nachfragerückgang bei den ärmeren Passagieren kann reduziert werden.
Ob das nun sozial gerecht oder ungerecht ist steht wieder auf einem anderen Blatt und darf von Ethikspezialisten diskutiert werden...
Aha. Sicher die Motivation der Regierung ist in erster Linie mehr Geld in die Finanzkasse zu spühlen. Richtig!!
Aber ein reduzierter Flugverkehr würde den CO2 Ausstoss kräftig senken. Aber es ist wohl wie immer. Grüne fahren schon lange nicht mehr Fahrrad und Herr Fischer hat das "grüne" Erdgas aus Russland entdeckt. Und eigentlich will man über die Erderwärmung und Energieverschwendung klagen, wenn es aber darum geht sich selbst einzuschränken und auch die 3 Ferienreise ohne Flugzeug zu verbringen, dann hört die Liebe zum Klima auf.
Nur, damit ich auch sicher bin, diesen Kommentar wirklich verstanden zu haben. Ich bin mir immer noch nicht im Klaren. Man trifft also "arme" mehr als Gutverdiener oder Geschäftsreisende, weil "arme" Menschen die 13 oder 26 Euro weniger verschmerzen können? (Abgesehen davon, dass Vielfliger (also meistens nicht gerade "arme" natürlich schnell im Jahr auf mehr als die 13 oder 26 Euro kommen, nur nebenbei). Wenn aber die Fluggesellschaften Emmissionspapiere kaufen müssen, deren Kosten dann auf dieTicketpreise umgelegt werden, dann verschont das die "armen" Mitbürger? Das ist so ähnlich wie mit der Ökosteuer, oder? Die zahlt zwar jeder und trifft auch "besonders" die "armen", aber dient ja einem höheren Ziel, also äh, der Rentenkasse. Daher ist das ja sozusagen "benachteiligungsneutral".
Welche Not!
Solange man sich in Deutschland noch Gedanken darüber macht, ob sich die "sozial Schwachen", zu deutsch "die Armen", noch ein Flugticket leisten können, braucht man sich um den allgemeinen Wohlstand hierzulande wohl noch keine Sorgen zu machen.
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