Libor-Skandal Deutsche Bank soll 1,4 Milliarden Euro zahlen

Die Deutsche Bank könnte schon bald eine Milliardenstrafe zahlen.

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  • Der Libor-Skandal könnte die Deutsche Bank noch einiges kosten: Sie steht kurz vor einer Einigung in den USA.
  • Teil des Deals mit dem US-Justizministerium soll die Zahlung von 1,4 Milliarden Euro sein.
  • Bereits 2013 hatte die EU eine Geldstrafe von 725 Millionen Euro gegen die Bank verhängt.

Schuldeingeständnis und Milliardenstrafe

Die Deutsche Bank steht in den USA und Großbritannien offenbar kurz vor einer Beilegung der Vorwürfe wegen Manipulation des Zinssatzes Libor. Das berichten die Nachrichtenagentur Bloomberg und die New YorkTimes unter Berufung auf eingeweihte Kreise. Die Einigung umfasse das Schuldeingeständnis einer britischen Tochterfirma wegen Betrugs und die Zahlung von mehr als 1,5 Milliarden Dollar (etwa 1,4 Millarden Euro). Die Schweizer UBS musste im Zuge des Skandals 2012 ebenfalls 1,5 Milliarden Dollar bezahlen.

Einigung möglicherweise noch im April

Deutschlands größtes Bankhaus würde damit die höchste Strafe akzeptieren, die im Libor-Fall bislang verhängt wurde. Dafür könnte sie den seit Jahren andauernden Konflikt mit dem US-Justizministerium und den anderen ermittelnden Aufsichtsbehörden in Amerika und Großbritannien auf einen Schlag beilegen. Den Berichten nach könnte das noch in diesem Monat geschehen.

Noch keine Bestätigung der Behörden

Die EU hatte dem Geldhaus bereits Ende 2013 eine Strafe von 725 Millionen Euro aufgebrummt. Die Deutsche Bank teilte mit, sie arbeite weiter mit den Behörden zusammen, die die Libor-Angelegenheiten untersuchen. Ein Sprecher des US-Justizministeriums lehnte eine Stellungnahme über eine mögliche Einigung ab.

Weltweit sind Banken in den Skandal verstrickt

Der Referenzzins Libor ist ein von Banken angegebener Durchschnittswert, zu dem die Institute sich gegenseitig Geld leihen. Libor ist die Abkürzung für London Interbank Offered Rate. In den Zinsskandal sind Großbanken rund um den Globus verstrickt, darunter Barclays, RBS und UBS. Nach Erkenntnissen von Regulierern hatten sich einzelne Händler bei wichtigen Referenzzinsen wie dem Libor und dem Euribor abgesprochen, um Handelsgewinne einzustreichen.