Krise der Energiebranche Deutschlands Stadtwerke schlagen Alarm

Der Boom der erneuerbaren Energien wird für viele Stadtwerke zum Problem. Weil die eigenen Kraftwerke immer seltener laufen, rechnet die Branche mit hohen Verlusten. Das könnte vielen Kommunen neue Probleme bereiten.

Die schwere Krise der Energiebranche erfasst Deutschlands Stadtwerke. "Vielen drohen Löcher in der Bilanz", sagt der Präsident des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), Ivo Gönner, der Süddeutschen Zeitung. "Für die Wirtschaftlichkeit der Stadtwerke ist die Lage eine Gefahr." Zu schaffen macht den Stadtwerken, dass ihre Kraftwerke wegen des anhaltenden Booms bei erneuerbaren Energien immer seltener laufen. Damit gerät auch der Angriff der Stadtwerke auf die großen Energiekonzerne ins Stocken.

Nach dem beschleunigten Atomausstieg witterten die 900 Stadtwerke in Deutschland eigentlich ihre Chance. Mit einem beispiellosen Milliardenprogramm planten Städte den Angriff auf die Energiekonzerne Eon, RWE, EnBW und Vattenfall. Die Hoffnungen seien "drastisch geschrumpft", räumt Gönner nun ein. "Viele Stadtwerke sind dem Fanfarenstoß gefolgt, den Wettbewerb zu beleben und selbst Strom zu erzeugen. Sie wollten Kunden mit eigenem Strom versorgen. Das bekommt derzeit vielen nicht gut."

Die Folgen dürften bald die ersten Kommunen spüren. Den hohen Ausgaben für Kraftwerke stünden kaum Einnahmen gegenüber, warnt Gönner. Viele Städte müssten derzeit viel Geld in die Hand nehmen, um ihre Stadtwerke zu stabilisieren. Mit Folgen auch für deren Finanzlage: "Ausschüttungen an die Kommunen sinken, denen es finanziell oft schon schlecht geht. Jetzt brechen auch noch sicher geglaubte Einnahmen weg. Wir erleben da ein neues Dilemma für Kommunen", sagt Gönner. "In vielen Regionen, etwa dem Ruhrgebiet, wird das in den nächsten Jahren zum ernsten Problem."

Das vollständige Interview lesen Sie in der Donnerstagsausgabe der Süddeutschen Zeitung und in der SZ-Digital-App auf iPhone, iPad, Android und Windows 8.