Italien Weitere Banken in Not

Zwei Geldhäuser wollen vom Steuerzahler gerettet werden. Die Banca Popolare di Vicenza und Veneto Banca haben zum Wochenende Staatshilfe beantragt.

Die beiden italienischen Krisenbanken Banca Popolare di Vicenza und Veneto Banca haben Staatshilfe beantragt. In getrennten Mitteilungen gaben sie am Freitagabend dem Wirtschaftsministerium, der italienischen Notenbank und der Europäischen Zentralbank bekannt, dass sie ähnlich wie Monte dei Paschi von einer vorsorglichen Rekapitalisierung profitieren wollten. Dabei handelt es sich um einen Modus, der es Euro-Zonen-Staaten erlaubt, Steuergelder in Banken zu pumpen, ohne gegen Regeln zu verstoßen, die staatliche Hilfen eigentlich verbieten.

Die Zeitung Il Messaggero hatte vor Kurzem berichtet, die beiden Banken hätten der EZB einen vorläufigen Fusionsplan vorgelegt. Der Entwurf sehe eine öffentliche Geldspritze zwischen vier und fünf Milliarden Euro vor. Auch die EU-Wettbewerbshüter seien informiert worden, um den Weg für ein Engagement des Staates frei zu machen. Angestrebt werde zudem die Schaffung einer sogenannten Bad Bank, in der die faulen Kredite der Institute untergebracht werden sollen.

Im Dezember hatte die italienische Regierung einen Bankenhilfsfonds im Volumen von 20 Milliarden Euro aufgelegt. Der Topf wurde angezapft, um die in Schieflage befindliche Monte dei Paschi di Siena zu retten. Die Bank hatte erst vor einer Woche einem vorläufigen Rettungsplan zugestimmt. Demnach wird die italienische Regierung 6,6 Milliarden Euro in die Bank pumpen und einen 70-prozentigen Anteil übernehmen. Im Dezember war eine Kapitalerhöhung gescheitert. Monte dei Paschi hat 2016 einen Nettoverlust von 3,2 Milliarden Euro gemacht.