Insolventer Verlag Seehofer will 24 Millionen für Weltbild auftreiben

Mindestens zwei Medienkonzerne erwägen den Kauf des insolventen Verlags Weltbild. Allerdings benötigen die Interessenten Zeit, um alle Bücher des weitverzweigten Weltbild-Konzerns zu prüfen. Unklar ist nun, wie der Verlag von April an die Gehälter der Angestellten bezahlen kann.

Von Stefan Mayr

Mindestens zwei international tätige Medienkonzerne erwägen den Kauf der insolventen Weltbild-Verlagsgruppe. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung (Montagausgabe) hat Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz mit den Interessenten bereits erste Gespräche über den Erwerb des gesamten Medien- und Versandhändlers geführt.

Allerdings benötigen die Interessenten auf jeden Fall mehr als zwei Monate, um alle Bücher des weitverzweigten Weltbild-Konzerns zu prüfen. Deshalb will die bayerische Staatsregierung nun Geld von Dritten auftreiben, um diese mehrmonatige Übergangsphase zu überbrücken.

Das Hauptproblem des Insolvenzverwalters ist: Die Gehälter der 2200 Weltbild-Mitarbeiter in der Augsburger Zentrale werden nur bis Ende März von der Arbeitsagentur übernommen. Nach SZ-Informationen sind das etwa acht Millionen Euro pro Monat. Wer diese Kosten von April an übernehmen soll, ist die große Frage: Geiwitz' erklärtes Ziel war es, bis Ende März einen Käufer für das komplette Unternehmen zu finden.

Dies gilt in der Kürze der Zeit als kaum machbar. Im schlimmsten Fall droht eine Zerschlagung der Firma, dadurch könnte ein Großteil der Belegschaft auf der Straße stehen. Um dies zu verhindern, brauchen Geiwitz und die potenziellen Investoren mehr Zeit. Die Rede ist von weiteren drei Monaten, was etwa 24 Millionen Euro entspricht.

Dieses Geld will nun die Staatsregierung organisieren - bei der Arbeitsagentur, beim europäischen Sozialfonds, bei Banken oder bei den kirchlichen Weltbild-Gesellschaftern. "Wenn Weltbild ein Stück Zeit braucht, dann versuchen wir, das mitzugestalten", sagte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) am Samstag in Augsburg nach einem Treffen mit Weltbild-Betriebsräten und Vertretern der Gewerkschaft Verdi.

Einen ausführlichen Artikel zu diesem Thema finden Sie in der Montagsausgabe der SZ.