Hauptstadtfughafen BER Mehdorn verspricht Klarheit für Ende 2014

Flughafenchef Hartmut Mehdorn spricht im Juni 2013 in Berlin bei der Sitzung des Bauausschusses.

(Foto: Ole Spata/dpa)

Das Warten geht weiter: Erst Ende 2014 will Hartmut Mehdorn verkünden, wann der BER-Fughafen eröffnet wird. Bis dahin spricht Mehdorn etwas aus, was ohnehin schon alle ahnen - dass das Budget nicht reichen wird.

Selbst für die Nennung des Eröffnungstermins gibts nun Wartezeiten: Ende dieses Jahres soll feststehen, wann der neue Hauptstadtflughafen in Betrieb gehen kann. Das kündigte Flughafenchef Hartmut Mehdorn am Mittwoch an. "Wir sind soweit, dass wir zum Jahresende ziemlich präzise sagen können, wann es passiert mit der Inbetriebnahme", sagte Mehdorn am Mittwoch im Bauausschuss des Abgeordnetenhauses in Berlin. Er bestätigte Annahmen, dass sich die Kosten für den Schallschutz der Anwohner auf 730 Millionen Euro vervielfachen werden.

Der Flughafen sollte eigentlich Ende 2011 öffnen. Noch beschäftigten die Betreiber aber Nacharbeiten, "Pfusch am Bau" und die Technikprobleme an der Entrauchungsanlage, sagte Mehdorn. Er bezifferte die Zahl der Mängel in dem Neubau erstmals auf 150 000. Diese seien teilweise abgearbeitet, viele auch für den Start des Flughafens nicht erheblich. "Die Mängelbeseitigung ist nicht der kritische Weg, die Brandschutzanlage überschattet alles." Am 11. April will Mehdorn dem Aufsichtsrat darlegen, wie viel es kosten wird, den Flughafen fertigzustellen.

Anwohner sollen "weltbesten Schallschutz" erhalten

Beobachter erwarten, dass die Kosten sich auf mehr als fünf Milliarden Euro erhöhen. Der inzwischen eineinhalb Jahre alten Kostenplan sieht 4,3 Milliarden Euro vor. "Diese 4,3 Milliarden werden wir Ende dieses Jahres aufgebraucht haben", sagte Mehdorn. "Es ist klar: Es wird darüber hinaus einen Bedarf geben." Nach Informationen aus Aufsichtsratskreisen sind für den Schallschutz nur 440 Millionen Euro in dieser Summe enthalten. Ursprünglich hatten die Betreiber mit 139 Millionen Euro geplant. Ein Gericht hatte 2013 jedoch befunden, dass Vorgaben systematisch verfehlt wurden.

Seither wurde über mehr als 700 Millionen Euro für Schallschutzfenster, Dämmungen und Lüfter für gut 24 000 betroffene Haushalte spekuliert. Mehdorn machte auch überraschende behördliche Auflagen für Zeitverlust und Mehrkosten verantwortlich und warf den Behörden "Schikane" vor. Die Anwohner erhielten nun den "weltbesten Schallschutz", betonte er.

Testläufe sollen im Frühjahr 2015 beginnen

Eine Eröffnung des Flughafens im Jahr 2015 wird bei einer Terminansage Ende dieses Jahres noch unwahrscheinlicher. Mehdorn hatte kürzlich betont, den Fluggesellschaften nach der Terminankündigung 12 Monate Vorlauf zu lassen. Er will möglichst im Frühjahr 2015 mit Testläufen im Terminal beginnen. Parallel sollen Baubehörden, Tüv und die internationale Luftfahrtorganisation die Gebäude und Anlagen testen und abnehmen.

Mehdorn will vom Aufsichtsrat auch den Auftrag, seine Pläne weiterzuverfolgen, den alten Flughafen Schönefeld weiter zu nutzen, wenn der Neubau eröffnet ist. Denn dieser stößt vom Start weg an seine Kapazitätsgrenze von 27 Millionen Passagieren im Jahr. Mehdorn sprach von einer "Interimslösung". Denn für den Neubau sind Terminal-Satelliten genehmigt, aber noch nicht geplant. Sie würden zu spät fertig.