Griechenland müht sich um Auswege aus der Schuldenkrise. Doch spätestens jetzt steht fest: Die Radikalkur, die das Land seiner Bevölkerung und seiner Wirtschaft verordnet hat, reicht nicht. Ein neuer Prüfbericht des Internationalen Währungsfonds kommt zu einem erschreckenden Ergebnis.
Es ist ein lange geplanter Besuch, aber der verläuft weit unruhiger als geplant. Die Griechenland-Troika, also Experten von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF), halten sich seit Dienstag in Athen auf. Die Delegation will sich über den Stand der Reformen in Griechenland und den allgemeinen Zustand der griechischen Volkswirtschaft informieren.
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Griechenlands Premierminister Giorgos Papandreou bei seinem großen Hilferuf im Jahr 2010. (© ASSOCIATED PRESS)
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Doch der Besuch der Troika ist diesmal alles andere als ein ruhiges Gespräch zwischen Experten und Politikern. In Griechenland selbst legte ein Streik weite Teile des öffentlichen Lebens. Aus den Finanzzentren der Welt hagelt es wilde Schlagzeilen über den Geldbedarf der Griechen. Nach wie vor halten sich intensive Gerüchte über eine Umschuldung; Anfang kommender Woche treffen sich in Brüssel die Eurogruppe und dann die Wirtschafts- und Finanzminister; sie beraten unter anderem darüber, wie schlimm es um Griechenland steht und wie es weitergehen soll.
Nicht nur deshalb hängt vom Testat der Prüfer vieles ab - unter anderem sind das die Konditionen für die Kredite, die das Land vom IWF bekommt. So hat der Fonds bereits angeboten, den bisherigen, sehr kurzfristigen Hilfskredit in ein längerfristig angelegtes Programm zu überführen, dessen Kredite erst in zehn Jahren zurückgezahlt werden müssen. Ob es so weit kommt, hängt entscheidend vom Stand der Reformen in Griechenland - und eventuell von neuen Zahlungen der Europäischen Union ab.
Noch hat sich die Troika nicht geäußert. Was dennoch nach außen dringt, hört sich allerdings sehr gedämpft an. "Es gibt viel guten politischen Willen in Athen, aber es mangelt überall bei der konkreten Umsetzung", sagte ein Delegationsmitglied. Zwar habe die Regierung mutig die Ausgaben im Staatshaushalt zusammengestrichen und mit der Rentenreform begonnen. Aber die Reform der Einkommensteuer und die Privatisierungen stünden noch aus, die sowohl Geld in die Staatskasse bringen als auch neue Dynamik in Wirtschaft bringen sollen.
Weitere Kürzungen im Etat seien kaum noch durchsetzbar. "Der griechische Haushalt hat jetzt ein Einnahmen-, kein Ausgabenproblem", ist zu hören. Einen Hoffnungsschimmer gibt es: Die griechische Wirtschaft ist im ersten Quartal um 0,8 Prozent gewachsen ist. Trotzdem hält der IWF an seiner Prognose fest: einem Minus von 3,5 Prozent in diesem Jahr. Erst für 2012 rechnet der Fonds wieder mit einem Plus.
Unhaltbare Lage
Den Experten ist allzu klar, dass die Lage Griechenlands derzeit unhaltbar ist. Die Regierung braucht nach Schätzungen ungefähr 60 Milliarden zusätzlich und/oder Zugeständnisse bei den Kreditkonditionen - also längere Laufzeiten und niedrigere Zinsen.
Die Aussicht, dass sich das Land im nächsten Jahr, wie ursprünglich geplant, wieder selbstständig Geld an den Kapitalmärkten borgt, erscheint derzeit als völlig illusorisch. Wollte Athen heute eine internationale Anleihe begeben, müsste die Regierung den Investoren immense 15,7 Prozent Rendite bezahlen (in Deutschland sind es derzeit 3,11 Prozent) - eine Zahl, die jede Haushaltsführung sprengen würde.
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was ich gerne wüßte: warum hat man nicht sofort einen einkommenssteuerreform in angriff genommen?? wäre es nicht sehr wirkungsvoll, da wir alle immer wieder hören, dass es so viele reiche griechen gibt? die jetzt auch mal ganz schnell ihr geld auf schweizer konten transferiert haben?
kann es sein, dass eine steuerreform mit diesen regierenden nicht durchsetzbar ist, weil sie selber dann mehr steuern zahlen müßten? ein filz?
also, dann lieber rentenreform u angestelltengelder kürzen.
mein optimismus bezüglich der eu verringert sich immer mehr. ich sehe einen sumpf, einen überregionalen korruptionshaufen. da hat keiner der reichen entscheidungsträger, lust, seinem kumpel den geldfluss zu verringern.
es hört sich so banal an, aber, das ist es letztendlich: geld korrumpiert. macht korrumpiert, der, der sich nicht wehren kann, der nicht am hebel sitzt, wird geschröpft. igitt....
Volle Zustimmung, ausser bei "Es ist arm gegen reich, ihr Guten."
Es ist der Teil der Bevölkerung, der seinen Lebensunterhalt durch tägliche Arbeit bestreiten muss gegen den Teil, der vom Vermögen und dessen Zinsen leben kann.
Ich bin nicht wirklich arm, sehe mich aber in der ärmeren der beiden Gruppen.
Das heisst aber nicht, dass ich nicht von heute auf morgen arm sein kann, weil erstens mein mickriges Vermögen auf einmal nix mehr wert ist und zweitens ich auf einmal so bezahlt werde, dass ich davon nicht mehr leben kann.
Dann lassen Sie es doch einfach ihren Schund nachträglich auch noch durchzulesen.
Die Griechen haben sich selbst disqualifiziert.
Aber rotgrün wollten sie ja unbedingt rechtswidrig aufnehmen.
Jetzt sieht man, was passiert wenn Linke was zu sagen haben.
Wehret den Anfängen!
Nie wieder Links!
...die immer gleichen schlichten Sprüche der Dump.fmeier zu lesen, ehrlich.
Hier der "fleißige Deutsche", der angeblich am liebsten rund um die Uhr arbeitet und auf der anderen Seite der "faule Grieche", der nichts lieber tut, als Zeus einen guten Mann sein zu lassen um sich vom braven deutschen Steuerzahler abgegriffenen Geld einen faulen Lenz zu machen.
Gleichzeitig reist er dann gerne in eben diese schönen, warmen Länder, der gute Michel, um diese "mediterrane Flair" zu erleben, und lässt sich dann ("All inclusive, sonst wird man ja nur beschi.ss.en; man kennt die Brüder ja, hoho") gerne bedienen. Um dann daheim am Stammtisch,(echt oder virtuell), über das arbeitscheue Pa.ck zu lästern.
Überlegt sich eigentlich eine dieser Dauernörgler wie das im Ausland ankommt? Nö, neh?
Es war von vorneherein klar, dass dieses "Sparpaket" nicht umsetzbar sein wird. Denkt vielleicht auch mal jemand an den griechischen Durchschnittsangestellten, der genauso arbeitsam ist, wie sein deutsches Pendent und dem man den Lohn mal eben um 20-30% kürzt, weil andere ihre Hochrisikoeinlagen nicht abschreiben wollten? "Also, diese ganze Finanzkrise, versteh ich ja sowieso nich', neh. Kamma ja eh nix mache, die "da oben" machen ja sowieso wasse wollen, neh? Aber über den Griechen, da kann man herziehen. Und über den Muslim sowieso. Wollen alle nur unser schönes Geld".
Dass z.B. die Krankenkassenbeiträge arbeitnehmerseitig permanent steigen, weil die Pharmalobby ihre Vertreter direkt in der Regierung sitzen hat, ach, wen interessiert das schon. Einfacher ist es, seine ans rassistische grenzenden Klischees rauszublöken, seit solchen Gestalten wie Sarrazin wird das offenbar ja auch wieder gesellschaftlich toleriert.
Es ist arm gegen reich, ihr Guten. Nicht Deutscher gegen Grieche. Der griechische Handwerker, Lehrer, Angestellte, der ist euch viel näher als der deutsche (Geld-)Adel.
Aber in einer Zeit, in der selbst die Grenzen in Europa wieder abgeschottet werden sollen, ist es wohl zu viel verlangt, das zu sehen.
Punkt.
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