Gebühren Bezahlen per Kreditkarte wird kostenlos

Wer online häufig per Mastercard bezahlt, spart künftig Geld: Bezahlen per Kreditkarte wird ab 2018 kostenlos.

(Foto: pixabay.com; Bearbeitung SZ.de)
  • Von 2018 an dürfen Händler für Kartenzahlungen, Überweisungen und Lastschriften keine Extra-Gebühren mehr verlangen.
  • Das gilt nicht für Dienstleister wie Paypal - Beobachter rechnen aber damit, dass die Zusatzkosten dort künftig ebenfalls entfallen werden.
Von Lukas Zdrzalek

Wenn Verbraucher einkaufen, müssen sie derzeit oft doppelt zahlen. Zum einen kostet sie das Produkt selbst - und häufig verlangen Handelshäuser auch noch eine Gebühr oben drauf, wenn die Kunden etwa mit einer Kreditkarte zahlen. Das Zahlen fürs Zahlen, es kommt besonders oft beim Onlineeinkauf vor, beispielsweise bei Reisen und Flügen. Da kann die Gebühr schnell mal mehr als zehn Euro betragen. Doch bald ist Schluss mit diesem Ärgernis.

Am Freitag kurz nach Mitternacht hat der Bundestag beschlossen, dass Händler ab Anfang 2018 keine Gebühren mehr für die gängigsten Kartenzahlungen wie Mastercard, für Überweisungen und für Lastschriften erheben dürfen. Der neuen Regel stimmten CDU/CSU, SPD und Grüne zu, die Linke enthielt sich. Der Bundestag setzt mit der Vorschrift eine Vorgabe der Europäischen Union (EU) um.

Das Gesetz ist ein Rückschlag für die Wirtschaft. Vertreter hatten gefordert, etwa für verschiedene Kreditkarten unterschiedlich hohe Gebühren verlangen zu dürfen. Die Unternehmen argumentierte, ihnen entstünden je nach Karte ja auch unterschiedlich hohe Kosten, die sie nun mal decken müssten. Verbraucherschützer dagegen hatten vor einer solchen Gebühren-Flickschusterei gewarnt, sie fürchteten um die Wahlfreiheit der Kunden. Verbraucher hätten dann nicht nur die vielen Kreditkartenangebote vergleichen müssen, um das beste Produkt herauszufiltern. Zusätzlich hätten sie sich darüber informieren müssen, welche Gebühren Händler für eine bestimmte Karte erheben, was bei der großen Zahl von Einzelhändlern schlicht unmöglich sei, wie Verbraucherschützer finden.

Das Gesetz umfasst nicht Online-Zahlungsdienstleister wie Paypal, Unternehmen dürfen hier weiterhin Gebühren erheben. Beobachter rechnen jedoch damit, dass die Zusatzkosten für die Dienste auch entfallen werden. Paypal und Co. dürften Händler dazu drängen, auf die Gebühren zu verzichten. Sonst droht ihnen ein Wettbewerbsnachteil, Kunden könnten häufiger ihre Kreditkarte nutzen.

Zudem sichert das Gesetz Verbraucher besser gegen Missbrauch ab. Verliert ein Kunde etwa seine Karte und räumen dann Diebe das Konto leer, haften die Inhaber nur noch mit 50 Euro statt wie bisher mit 150 Euro.

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