Flugzeuge A380 gerät zum Trauerspiel für Airbus

Bei den Luftfahrtgesellschaften kommt der A380 zehn Jahre nach der ersten Auslieferung nicht mehr an: Zu aufwändig und teuer ist der Betrieb.

(Foto: REUTERS)
  • Kaum eine Fluggesellschaft will noch den A380.
  • Beim A320neo kämpft Airbus mit größeren Problemen bei den Triebwerken.
  • Der Gewinn des Unternehmens bricht ein.

Manche Flughäfen bieten eigene Bustouren für Gäste zum A380 an. So imposant ist das größte Passagierflugzeug der Welt mit seiner Flügelspannweite von knapp 80 Metern und einer Höhe von 24 Metern, dass er auf dem Rollfeld immer der König ist. In der Luft mit seinen bis zu 850 Plätzen sowieso.

Nur bei den Luftfahrtgesellschaften kommt das Flugzeug zehn Jahre nach der ersten Auslieferung nicht mehr an: Zu aufwändig und teuer ist der Betrieb - selbst wenn das Flugzeug neu mit abgeknickten Flügelenden, sogenannten Winglets, angeboten wird, die den A380 sparsamer machen sollen. Im kommenden Jahr sollen nur noch zwölf A380 ausgeliefert werden, 2019 acht. Zum Vergleich: Im laufenden Jahr sollen es 15 Maschinen sein, 2016 waren es noch 28.

Noch immer hofft Airbus, dass es die A380-Krise aussitzen kann und die Nachfrage in den kommenden Jahren wieder anzieht. Zugleich, so heißt es bei der Nachrichtenagentur Bloomberg, werden bei Airbus derzeit laufende Verkaufsverhandlungen womöglich nicht in neue Aufträge münden. Airbus-Chef Enders sagte, dass sich selbst bei einem weiteren Auftrag in diesem Jahr das Produktionsziel nicht mehr ändern werde, es sei denn, "wir erhalten eine unerwartet große Bestellung".

Gewinneinbruch im zweiten Quartal

Ganz anders gelagert sind die Probleme beim viel kleineren A320neo, dem wichtigsten Modell bei Airbus: 200 Maschinen sollen im laufenden Jahr ausgeliefert werden. Das wird womöglich nicht gelingen. Die Hauptschuld sieht Enders bei dem US-Triebwerkshersteller Pratt & Whitney. Der müsse sich mehr anstrengen, um die Triebwerksmängel zu beheben. "Pratt & Whitney hat Lösungen zur Behebung einiger Mängel bereitgestellt, die im Regelbetrieb aber noch nicht zuverlässig greifen", erklärte der Konzern.

Damit steht auch das ursprünglich anvisierte Ziel von insgesamt 700 ausgelieferten Flugzeugen über die gesamte Modellpalette hinweg in Frage. Zudem brach der Gewinn ein. Das Betriebsergebnis ging um 27 Prozent auf 859 Millionen Euro zurück - Experten hatten eigentlich 910 Millionen Euro erwartet. Der Konzernumsatz schrumpfte um fünf Prozent auf 15,7 Milliarden Euro. Die Aktie gab im frühen Geschäft um mehr als drei Prozent nach.

Erzrivale Boeing hatte dagegen tags zuvor von guten Geschäften mit seinem Vorzeigemodell 787-Dreamliner berichtet und mit einem optimistischeren Ausblick auf das Gesamtjahr seinen Aktienkurs auf ein Rekordhoch geschickt.

Eine weitere Sorge von Airbus-Chef Enders bleiben die technischen Probleme des Militär-Transporters A400M und die daraus folgenden Vertragsstreitigkeiten mit den Abnehmerstaaten. Das Bundesverteidigungsministerium sieht etwa die volle militärische Einsatzfähigkeit des A400M gefährdet.

Airbus verbuchte im vergangenen Jahr 2,2 Milliarden Euro an Sonderlasten für den Pannenflieger, der seit langem mit Verzögerungen zu kämpfen hat. Daraufhin wandte sich der Luftfahrtkonzern mit der Bitte um neue Verhandlungen an die Abnehmerstaaten.

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