Finanzbranche Privatbanken retten Düsselhyp

  • Die deutschen Privatbanken müssen die in Schieflage geratene Düsseldorfer Hypothekenbank stützen.
  • Der Einlagensicherungsfonds der privaten Banken stelle eine entsprechende Garantie, um "akute Risiken" zu beseitigen.
  • Die Düsseldorfer Hypothekenbank war wegen ausfallgefährdeter Anleihen der österreichischen Krisenbank Hypo Alpe Adria in Bedrängnis geraten.
Von Heinz-Roger Dohms, Hamburg

Der deutsche Finanzsektor muss die größte Bankenpleite seit der Finanzkrise verkraften. Wie am Sonntagabend bekannt wurde, soll die Düsseldorfer Hypothekenbank von der Einlagensicherung aufgefangen werden. Das Institut war wegen ausfallgefährdeter Anleihen der österreichischen Skandalbank Hypo Group Alpe Adria in Not geraten. Es gehe darum, "die akuten Risiken zu beseitigen", teilte der Bundesverband deutscher Banken (BDB) mit, dem die Einlagensicherung untersteht. Der BDB sprach zunächst eine Garantie für die Düsseldorfer Hypothekenbank aus und will sie in einem zweiten Schritt übernehmen.

Es ist bereits das zweite Mal nach 2008, dass die Einlagensicherung die Düsselhyp auffängt. Zwar sind die Rheinländer mit einer Bilanzsumme von rund elf Milliarden Euro nicht systemrelevant. Eine Abwicklung wollte der Bankenverband aber offenbar trotzdem nicht riskieren.

Krisenbank Düsseldorfer Hypothekenbank droht Schieflage

Nach Jahren scheinbarer Ruhe wackelt wieder ein deutsches Geldinstitut: die Düsseldorfer Hypothekenbank. Sie ist ein großer Emittent von Pfandbriefen, dem Heiligtum des deutschen Finanzmarkts. Eine Schieflage ist also gefährlich.

Hintergrund: Die Düsselhyp refinanziert sich in erster Linie über Pfandbriefe - das sind besicherte Anleihen, die als praktisch risikofrei gelten und unter anderem von Versicherern und Pensionskassen gekauft werden. Die Finanzbranche will unter allen Umständen vermeiden, dass Zweifel an der Solidität des Pfandbriefmarkts aufkommen.

Der Bankenverband hatte die Düsselhyp 2010 an den US-Investor Lone Star veräußert. Im vergangenen August hieß es, die Amerikaner hätten die Bank an ein Konsortium um den deutschen Investmentbanker Patrick Bettscheider weiterverkauft; der Deal wurde aber offenbar nie abgeschlossen.