Ex-Infineon-Chef Schumacher 1534 Euro - Tag für Tag

Schlappe für Infineon: Ex-Chef Schumacher wurde erst aus dem Amt gejagt, später forderte das Unternehmen Schadenersatz von ihm - doch jetzt versüßt Infineon seinen Ruhestand mit enormen Summen.

Der Halbleiterhersteller Infineon hat sich im wüsten Streit mit seinem Ex-Vorstandschef Ulrich Schumacher auf einen Vergleich geeinigt. Das Münchner Unternehmen zahlt Schumacher demnach von 2018 an ein jährliches Ruhegehalt von 560.000 Euro.

Infineon zahlt Schumacher von 2018 an ein jährliches Ruhegehalt von 560.000 Euro. Jetzt müssen nur noch die Aktionäre zustimmen.

(Foto: REUTERS)

Das geht, wie zuvor von der Financial Times Deutschland berichtet, aus der Einladung zur Hauptversammlung am 17. Februar hervor. Die Aktionäre müssen der Vereinbarung noch zustimmen.

Für Infineon ist es eine Niederlage gegen den Manager, der einst beim Börsengang im Jahr 2000 im Rennoverall vor einem Porsche posierte. Schumacher verließ später den Infineon-Konzern im Streit - der heutige Konzernchef Peter Bauer triumphierte.

Nur im Steuerverfahren belangt

Danach wollte das Unternehmen von Schumacher Schadenersatz wegen angeblicher Pflichtverletzungen erhalten und hatte im Februar vergangenen Jahres einen Mahnbescheid vor Gericht eingereicht, um eine Verjährung der Forderungen zu verhindern. Schumacher hatte hingegen auf die komplette Auszahlung seiner 2,6 Millionen-Euro-Abfindung plus Zinsen beharrt.

Mit dem Vergleich erledigen sich nach FTD-Angaben alle gegenseitigen Ansprüche - auch die Schumachers gegen den ehemaligen Infineon-Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley, gegen den er 2007 einen Prozess wegen Beleidigung vor dem Hamburger Oberlandesgericht gewonnen hatte.

Die Staatsanwaltschaft hatte Schumacher neben Bestechlichkeit auch wegen Untreue, versuchten Prozessbetrugs und Steuerhinterziehung angeklagt. Belangt wird er aber nur wegen des Steuerverfahrens, die Verstöße werden den Angaben zufolge durch eine Geldauflage von 200.000 Euro beglichen.

Derzeit ist Schumacher ohne Job: Bis zum September hatte er den chinesischen Chiphersteller Grace Semiconductor geleitet. Dort soll er wegen "strategischer Differenzen" gegangen sein.

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