EuGH Bitcoins gelten als echtes Geld

  • Wer Bitcoins kauft oder verkauft, muss keine Mehrwertsteuer abführen.
  • Das hat der EuGH entschieden und stärkt damit die virtuelle Währung.
Von Jan Schmidbauer

Entscheidung des EuGH

Ob das Internet für die meisten Menschen immer noch Neuland ist, darüber lässt sich streiten. Bitcoins jedenfalls sind es ganz sicher. Bis heute sind viele Details rund um die virtuelle Währung nicht geklärt. Eine wichtige Frage hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) nun beantwortet: Eine Mehrwertsteuer wird beim Umtausch von Bitcoins nicht fällig. Die digitale Währung, die Internetnutzer im Tausch gegen etablierte Währungen wie US-Dollar oder Euro erwerben können, ist in dieser Hinsicht genauso zu behandeln wie ihre altmodischen Pendants. So entschieden es die Richter an diesem Donnerstag in Luxemburg.

Für die Zukunft von Bitcoins ist dies eine wichtige Entscheidung. Umsätze mit Zahlungsmitteln sind in der Europäischen Union generell von der Mehrwertsteuer befreit. Wer einen Urlaub in New York plant, guckt zwar seit einiger Zeit betrübt auf den Wechselkurs. Doch eine Mehrwertsteuer fällt für den Umtausch von Euro in US-Dollar nicht an. Beide Währungen sind, ungeachtet aller Krisen, anerkannte Zahlungsmittel.

Mit der Entscheidung stärkt der EuGH die virtuelle Währung. Denn fiele auf den Umtausch von Bitcoins eine Mehrwertsteuer an, wäre sie für den Zahlungsverkehr deutlich unattraktiver. Für jeden Umtausch müssten Bitcoin-Nutzer draufzahlen.

Umstrittene Währung

Hintergrund für die EuGH-Entscheidung ist ein Fall aus Skandinavien. Der Schwede David Hedqvist wollte auf seiner Webseite den Tausch von konventionellen Währungen in Bitcoins ermöglichen. Von den schwedischen Behörden wollte er deshalb wissen, ob beim Tausch der Währungen eine Mehrwertsteuer anfällt. Daraufhin brachte die schwedische Steuerbehörde, die Bitcoins nicht für ein reguläres Zahlungsmittel hält, den Fall vor das oberste Verwaltungsgericht des Landes. Das Gericht entschied jedoch nicht selbst, sondern verwies den Fall nach Luxemburg.

Bitcoins sind als Währung umstritten. Ihr Wert bildet sich nach Angebot und Nachfrage. Die Kurse sind dabei nicht so stabil wie die etablierter Währungen. Häufig mit Bitcoin gezahlt wird im sogenannten Darknet, einem Bereich im Internet, der nicht über die gängigen Suchmaschinen auffindbar ist. Im Darknet werden teils illegale Güter wie Drogen und Waffen gehandelt. Gezahlt wird dabei jedoch üblicherweise per virtueller Währung wie etwa Bitcoin.

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