Einer der reichsten Deutschen Langjähriger Tengelmann-Chef Erivan Haub ist tot

Erivan Haub auf einem Archivbild aus dem Jahr 1985

(Foto: picture alliance / Thomas Watten)
  • Erivan Haub hat einst das mittelständische Familienunternehmen Tengelmann zu einem Konzern von internationalem Rang ausgebaut.
  • Der Unternehmer gehörte mit einem geschätzten Vermögen von mehr als vier Milliarden Euro zu den reichsten Deutschen.
  • Nun ist er im Alter von 85 Jahren gestorben.

Der langjährige Chef der Tengelmann-Gruppe, Erivan Haub, ist tot. Er starb bereits am 6. März im Alter von 85 Jahren, wie der Tengelmann-Konzern am Montag mitteilte. Haub habe erst wenige Tage zuvor mit seiner Frau Helga die Diamantene Hochzeit auf seiner Ranch in den USA gefeiert. Er starb demnach in Pinedale im Bundesstaat Wyoming.

Haub war von 1969 bis 2000 alleiniger Geschäftsführer der Tengelmann-Gruppe. Während dieser Zeit baute er das einst mittelständische Familienunternehmen zu einem Handelskonzern von internationalem Rang aus. Heute gehören unter anderem die Baumarktkette Obi und Deutschlands größter Textildiscounter Kik dazu. Die Supermarktkette Kaiser's Tengelmann verkaufte sein Sohn Karl-Erivan Haub im vergangenen Jahr an Edeka.

Erivan Haub senior hatte bereits im Jahr 2000 die Geschäfte an seine Söhne übertragen: Karl-Erivan Haub ist seitdem für das Europa-Geschäft verantwortlich, Christian Haub für die Aktivitäten in Nordamerika. Haub selbst saß aber noch im Unternehmensbeirat des Konzerns. Mit Vollendung seines 80. Geburtstags zog er sich endgültig ins Privatleben zurück, wie das Unternehmen weiter mitteilte.

Haub galt als einer der reichsten Deutschen

Der öffentlichkeitsscheue Unternehmer galt über Jahre als einer der reichsten Deutschen. Das Vermögen seiner Familie wird auf mehr als vier Milliarden Euro geschätzt. Als er in einem seiner wenigen Interviews vom Handelsblatt gefragt wurde, ob er rückblickend etwas anders gemacht hätte, antwortete er: "Nicht einen Tag. Nicht ein Treffen. Nicht ein Fest. Nicht eine Zusammenkunft. Nicht eine Betriebsratssitzung. Nicht eine Aufsichtsratssitzung. Gar nichts. Nichts. Nein."

Haub machte neben seinen unternehmerischen Tätigkeiten vor allem mit seinem frühen Engagement für den Umweltschutz von sich reden. Neben zahlreichen Ehrungen wurde Haub 2004 für sein "Engagement für die Umwelt durch nachhaltiges Unternehmertum" das Bundesverdienstkreuz verliehen.

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