Zoff um längere Laufzeiten: Kein Betreiber des deutschen Atom-Quartetts will Opfer akzeptieren und Anlagen kampflos vom Netz nehmen.
Die Strategie der deutschen Atomkonzerne ist derzeit ziemlich einfach, sie folgt zwei klaren Vorsätzen. Erstens: Sich ruhig verhalten. Zweitens: Geschlossen auftreten. Seit Wochen müht sich die Branche, den Streit um die Kernkraft nicht unnötig zu befeuern. Selten nur schert eins der vier Betreiberunternehmen aus. Wenn schon die Koalition nicht einer Meinung ist, wollen zumindest die Konzerne mit einer Stimme sprechen. Manchmal gelingt das sogar.
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Die Politik diskutiert über die Laufzeiten - und die vier großen Atomkonzerne streiten mit. (© ddp)
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Jetzt allerdings droht Ungemach. Die Gespräche mit der Bundesregierung über Laufzeitverlängerung sind noch nicht beendet, da beginnt schon die nächste Runde im Atompoker. Betreiber und Politik müssen klären, welche Meiler zuerst vom Netz gehen sollen. Denn schon jetzt zeichnet sich ab: Im Gegenzug für ein paar Jahre mehr wird die Politik Opfer verlangen. Altreaktoren sollen von 2011 an abgeschaltet werden. Sofern die Bundesregierung ernst macht mit strengeren Sicherheitsauflagen, werden aus dem deutschen Reaktorpark 17 Einzelfällen. 17 Mal wird sich die Frage stellen, ob die Bedingungen für einen weiteren Betrieb noch gegeben sind - oder ob eine Stilllegung womöglich billiger kommt als die Nachrüstung. Damit werden die Betreiberkonzerne RWE, Eon, Vattenfall und EnBW nicht nur um jeden älteren Block zu kämpfen haben. Sie könnten sich auch daran machen, Konkurrenten loszuwerden.
Das Misstrauen ist inzwischen groß. Beispiel Vattenfall. Das Unternehmen betreibt federführend lediglich die beiden Reaktoren Brunsbüttel und Krümmel. Beide stehen nach Pannen still, beide gehören zu den umstrittenen Siedewasserreaktoren der Baureihe 69. Müssten sie stillgelegt werden, hätte Vattenfall in Deutschland die längste Zeit Atomstrom erzeugt. Zumindest die Kieler Landesregierung hätte dafür einiges übrig: Die Sympathien für die Kernkraft sind in Schleswig-Holstein überschaubar. Und obendrein ließen sich die großen Hochspannungsleitungen etwa nach Brunsbüttel auch anders nutzen: Als einer der dringend benötigten "Anlandepunkte" für Windstrom aus der Nordsee.
Beispiel RWE: Das Unternehmen ist an vier Kernkraftwerken beteiligt, außer Gundremmingen in Bayern und Emsland in Niedersachsen sind das im Wesentlichen die beiden Blöcke A und B im hessischen Biblis. Letztere zählen zu den ältesten in Deutschland, in die Kritik gerieten sie in der Vergangenheit, weil es außerhalb der Reaktoren keine Leitwarte gibt, von der sich im Notfall die Anlagen steuern ließen. Stattdessen sichern sich die Schaltzentralen beider Blöcke gegenseitig ab - das ist nicht zwangsläufig gefährlich, aber in Deutschland unüblich. Laut Verhandlungskreisen aber könnte Biblis am Netz bleiben - auch weil die hessische Landesregierung der Kernkraft immer offen gegenübergestanden habe, heißt es.
Alt oder neu? Die Frage wird sich nicht nur an der Sicherheit einzelner Anlagen entscheiden. Es geht auch um Macht und Mehrheiten. Die Politik habe einen erheblichen Interpretationsspielraum, welche Anlagen sie als unsicher einstuft, heißt es aus der Branche. Die Bundesregierung mag zu all dem derzeit nichts sagen, es bewege sich alles im Reich der Spekulation. "Die Frage der Sicherheit wird ein wichtiger Teil eines Energiekonzepts", sagte ein Sprecher des Bundesumweltministeriums am Montag in Berlin. "Wie sich das auf einzelne Anlagen auswirkt, kann ich nicht beantworten."
Opfer will bisher jedenfalls kein Betreiber des deutschen Atom-Quartetts akzeptieren, keiner will Anlagen kampflos vom Netz nehmen. Während RWE-Chef Jürgen Großmann längere Laufzeiten für alle Meiler seines teils betagten Parks fordert, werben Konkurrenten hinter vorgehaltener Hand mit Sicherheitsvorteilen junger Kraftwerke und lehnen einen Bestandsschutz ab. Dem Manager eines Energieversorgers schwant: "Es sieht so aus, als stünden wir in der Atomdebatte noch immer am Anfang."
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(SZ vom 10.08.2010/mel)
- Professur (w2) - Energietechnik– Georg-Simon-Ohm-Hochschule für angewandte Wissenschaften - Fachhochschule Nürnberg, Nürnberg
- Projektmanager (m/w) Bau / Energie / Facility– AMEOS Gruppe, Zürich oder Ameos-Region in Deutschland oder Österreich
- Referent Controlling (m/w)– Thüga Aktiengesellschaft, München
Streit um Parteispitze bei der Linken
Die Atomlobby ist eine wirklich bedeutende und einflussreiche Vertretung der Stromriesen. Auch in Südafrika wird weiterhin hinter vorgehaltener Hand auf Atomenergie gesetzt, sodass der Staatskonzern ESKOM an vier möglichen Standorten im Lande eine AKW-Errichtung grundsätzlich für möglich hält, trotz der teilweise massiven Proteste aus der Bevölkerung. Anbei empfehle ich ein wirklich sehr interessantes Interview mit einem Bundestagsabgeordneten, der die Atomstrompolitik in Deutschland und Südafrika thematisiert:
http://2010sdafrika.wordpress.com/2010/08/17/bundestagsabgeordneter-bewertet-atomenergie-sudafrikas/
Grundfehler in der Energiewirtschaft war die Privatisierung, damit unterliegt die Energiegewinnung dem Profitprinzip. Also werden alle Möglichkeiten bis zum Anschlag und damit bis zur Gefährdung aller ausgereizt.
Und die Parteien hängen am Geld-Tropf der Stromkonzerne - oder etwa nicht?
Um die berühmten Arbeitsplätze, das sonst so wirksame Totschlagargument geht es hier ja nicht.
Der Willen der Bevölkerung - dafür interessiert sich weder die Wirtschaft noch die Politik.
Sie sollten sich ein anderes Volk suchen, tun sie aber nicht, da wir uns all das gefallen lassen.
Wer behauptet das Energiesparlampen keine Energie sparen erzählt Unsinn!
Strom-Ersparnis von Energiesparlampen gegenüber Glühbirnen
Energiesparlampen bzw. Kompaktleuchtstofflampen verbrauchen bis zu 80% weniger Strom als gewöhnliche Glühbirnen.
Nehmen wir an eine Schreibtischleuchte würde derzeit mit einer 60Watt Glühbirne betrieben und im Schnitt 4 Stunden an 200 Werktagen im Jahr leuchten. Alternativ zu der Glühbirne könnte eine Energiesparlampe für die gleiche Beleuchtung eingesetzt werden:
Glühbirne Energiesparlampe
Leistungsaufnahme Glühbirne: 60 Watt Leistungsaufnahme Energiesparlampe: 11 Watt
Brenndauer p.a. Glühbirne (h): 800 Brenndauer p.a. Energiesparlampe (h): 800
Kosten pro kWh Strom Glühbirne: 0,20 € Kosten pro kWh Strom Energiesparlampe: 0,20 €
jährlicher Stromverbrauch Glühbirne (kWh): 48 jährlicher Stromverbrauch Energiesparlampe (kWh): 8,8
Kosten pro kWh Strom Glühbirne: 0,20 € Kosten pro kWh Strom Energiesparlampe: 0,20 €
jährliche Stromkosten Glühbirne (€): 9,60 jährliche Stromkosten Energiesparlampe (€): 1,76 €
Jährlicher CO2 Ausstoß Glühbirne (g): 28.800 Jährlicher CO2 Ausstoß Energiesparlampe (g): 5.280
In diesem Beispiel verbraucht die Glühbirne somit rund 40 kWh Stunden mehr Strom im Jahr als die Energiesparlampe. Bei Nutzung der Energiesparlampe können jährlich 7,84 € gegenüber der Nutzung der Glühbirne eingespart werden.
Legt man den bundesdeutschen Strommix aus Kohle, Atom und regenerativen Energiequellen zugrunde verursacht die Produktion von 1kWh Stunde Strom rund 600g CO2. Entsprechend ergibt sich eine Senkung dieser Emissionen um rund 23.500g, also über 23kg, beim Einsatz der Energiesparlampe gegenüber der Glühbirne.
Ersparnis durch Energiesparlampen gegenüber Glühbirnen in Deutschland
Überschlägig kann man von einer Senkung der Stromkosten für einen privaten Haushalt von rund 180 Euro pro Jahr nach Ersatz herkömmlicher Glühbirnen durch Energiesparlampen rechnen. Würden alle deutschen Haushalte ihre Glühbirnen gegen Energiesparlampen austauschen könnten rund 7,5 Milliarden kWh Strom eingespart werden. Monetär bewertet entspricht diese Strommenge rund 1,5 Milliarden Euro.
Der Austausch aller Glühbirnen gegen Energiesparlampen in Deutschland würde weiterhin zu einer Reduktion des CO2 Ausstoßes von rund 4,5 Millionen Tonnen führen.Quelle Energiesparen im Unternehmen
Wir Exportieren Strom und brauchen keine AkW`s!
Das ist natürlich richtig, und ich warne auch immer wieder von grüngewaschenen Atom und Kohle-Großkonzernen.
Aber ich denke, wer aus ökologischen Gründen wechseln will, sollte in der Lage sein einen der wenigen Ökostromversorger zu finden.
Ich bin nebenbei beim selben Versorger gelandet.
Leider erst 2006 zum 20. Jahrestag von Tschernobyl.
Paging