Firmeninsolvenzen richten 2012 hohen Schaden an

Die Arbeitslosen

Elf Jahre war Olga Papadopoulou (nicht im Bild) bei Schlecker. Erst stellvertretende Filialleiterin und bald auch Betriebsrätin im Raum Stuttgart. Nach der Insolvenz fuhr sie zu ihren 27 Filialen, kümmerte sich um die verängstigten Kolleginnen. "Es kann jeden treffen", sagte sie damals zum Stellenabbau. Es traf alle. Jetzt sitzt Papadopoulou, eine große, starke Frau mit rotblonden Haaren daheim in Ruit nahe dem Stuttgarter Flughafen und ist resigniert. Die Bewerbungen der 49-Jährigen waren bislang nicht erfolgreich: "Ich bin zu alt." Viele Einzelhändler wollen junge Verkäuferinnen. Gegenüber von ihrer Wohnung sind drei Kolleginnen gerade dabei, eine Schlecker-Filiale in Eigenregie zu übernehmen, vor einigen Tagen haben sie ihr Projekt bei einer Bürgerversammlung präsentiert. Einige Dutzend solcher Projekte gibt es in Deutschland. "Das ist toll", sagt sie, und einkaufen will sie dort auch. Selbst traut sie sich das nicht zu. Sie hofft darauf, dass ihre Bewerbungen Erfolg haben - am 30. April würde sie sonst in Hartz IV fallen. Ihre Wut auf den alten Chef, Anton Schlecker, ist noch da: "Wieso geht er nicht vor die Tür und sagt: Entschuldigung, ich habe Mist gebaut?"

Bild: dpa

19. Januar 2013, 18:37 2013-01-19 18:37:05

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