Die Zeichen stehen auf Sturm: Die Finanzlage der Griechen wird von vielen Experten für den Beginn einer Krise des gesamten Euro-Systems gehalten. Deutschland muss jetzt Vorbild sein.
Nun ist es also amtlich. Deutschland hat sich 2009 durch und im Kampf gegen die Rezession hoch verschuldet. Gut 79 Milliarden Euro borgte sich der Staat im vergangenen Jahr - eine gigantische Summe.
Deutschland hat sich 2009 durch und im Kampf gegen die Rezession hoch verschuldet. (© Foto: ddp)
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Würde man entsprechend viele 100-Euro-Scheine aufeinander stapeln, entstünde daraus ein Turm von 79 Kilometern Höhe. Wollte man die Scheine per Hand zählen, man bräuchte ein ganzes Leben und würde nicht fertig.
Der größte Teil des Geldes wurde eingesetzt, um die Folgen der schlimmsten Wirtschaftskrise in der Geschichte der Bundesrepublik zu lindern.
Das ist zumindest kurzfristig gelungen, ob daraus ein dauerhafter Aufschwung wird, dürfte sich erst in den kommenden Monaten zeigen. Bemerkenswert am Kampf gegen die Krise ist vor allem, dass es gelungen ist, den Anstieg der Arbeitslosigkeit weitgehend im Zaum zu halten. Andere Nationen haben da schlechter abgeschnitten.
Weil die Arbeitslosigkeit einigermaßen niedrig und die Schulden im Haushalt noch nicht zu begleichen sind, gehen die Deutschen weitgehend unbeschwert durch diese Krise. Noch. Denn die Zeichen stehen weiter auf Sturm.
Die Finanzlage der Griechen wird von vielen Experten für den Beginn einer Krise des gesamten Euro-Systems gehalten - mit nicht absehbaren Kosten für die wirtschaftsstarken Nordländer. Auch wird die EZB nicht mehr allzu lange warten, bevor sie am Geldhahn dreht und damit beginnt, die Zinsen wieder auf ein Normalmaß anzuheben.
Die EU braucht in dieser Situation die Bundesrepublik als Stabilitätsanker. Die schwarz-gelbe Koalition sollte sich deshalb zur Konsolidierung des Haushalts bekennen und auf die zu diesem Zeitpunkt unvernünftigen Pläne einer Steuersenkung verzichten.
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(SZ vom 25.02.2010/hgn)
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Ich kapier sowieso nicht warum der Staat Schulden machen muss. Der Staat sollte nur so viel ausgeben dürfen wie er ein Jahr vorher eingenommen hat. Das Geld wird dann entsprechend verteilt, mal mehr mal weniger.
Und die dilletantisch geführten Kommunen müssen unbedingt an die Leine genommen werden; diese Verschuldungsorgie muss ein Ende haben. Das System braucht Schuldenbremsen an allen Ecken. Und man muss sich das Geld für die Rettung der Systeme wieder von den Banken zurückholen durch Steuern auf Spekulation und Zertifikate-Glücksspiele.
Oder wenn man 1 Euro-Münzen nehmen würde?
Ehrlich, was sollen denn diese Bauklötzchenspiele? Jeder weiß, daß es um viel Geld geht. Solche albernen Beipiele sind doch kindisch!
Also, im Augenblick nicht vorbildlich. Unsere Regieung muß da mehr Verantwortungsbewußtsein zeigen. Und das bedeutet auch, nicht den reichen Onkel zu spielen, und nicht etwa auch noch andere EU-Mitglieder mit Milliarden vor den Konsequenzen ihrer unverantwortlichen Politik zu bewahren. Wir haben selber kein Geld für solche Wohltätigkeit. Ganz im Gegenteil sollte Merkel, so wie Maggie Thatcher seinerzeit, bei der EU knallhart auf Reduzierung des Budgets, inbesondere der Agrarsubventionen drängen und eine Reduzierung des deutschen Beitrags fordern. Wir sind schon seit den 90ern nicht mehr die Goßverdiener in Europa, Europäer in anderen Ländern, insbesondere im Norden, geht es besser. Sollen die mal mehr zahlen.
Der größte Teil des Geldes wurde eingesetzt, um die Folgen der schlimmsten Wirtschaftskrise in der Geschichte der Bundesrepublik zu lindern.
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Genauer gesagt wurde das behauptet. Ob das faktisch so war, das steht auf einem ganz, ganz anderen Blatt.
Sie behaupten, bei den 3,2 % seien die Schulden von Ländern und Kommunen nicht berücksichtigt. Das stimmt nicht:
"Das Statistische Bundesamt errechnet das Finanzierungsdefizit als Differenz der Einnahmen von 1066 Milliarden Euro und der Ausgaben von 1145,3 Milliarden Euro des Staates. Im vergangenen Jahr gaben unter dem Strich sowohl der Bund als auch die Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen mehr Geld aus als sie einnahmen. Nach den Angaben betrug das Defizit des Bundes 39,6 Milliarden Euro, das der Länder 20,2 Milliarden Euro, das der Gemeinden 7,5 Milliarden Euro und das der Sozialversicherung 12,1 Milliarden Euro."
Abgesehen von Luxemburg hat Deutschland trotz Wirtschaftskrise die zweitniedrigste Neuverschuldung in der EU.
Ich würde sagen, aus jetziger Perspektive hat das deutsche Wirtschafts- und Sozialmodell seine Bewährungspobe hervorragend bestanden. Mit der geringste Anstieg der Arbeitslosigkeit, mit die geringste Neuverschuldung usw.
Da kann sich mancher Nachbar eine Scheibe davon abschneiden.
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