Deutscher Finanzminister Schäuble über Brexit: "Wir würden weinen"

Finanzminister Wolfgang Schäuble bei seinem Auftritt in London.

(Foto: Bloomberg)
  • Finanzminister Wolfang Schäuble warnt vor einem Austritt Großbritanniens aus der EU. Eine geschwächte Gemeinschaft könne nicht im Interesse der Briten sein.
  • Sein britischer Amtskollege George Osborne warb ebenfalls für einen Verbleib Großbritanniens - auch aus wirtschaftlichen Gründen.

Finanzminister Wolfgang Schäuble warnt vor den Folgen eines möglichen EU-Austritts Großbritanniens. Bei einem Ja zum Brexit bei dem Referendum im Juni würde das Königreich "das Risiko eines instabileren, volatileren Kontinentaleuropas eingehen", sagte er bei einer Wirtschaftskonferenz in London. Auf die Frage, wie Deutschland auf den Brexit reagieren würde, sagte er: "Wir würden weinen."

Ein Austritt Großbritanninens sei für die EU "als Ganzes sehr gefährlich". Eine geschwächte Gemeinschaft könne nicht im Interesse der Briten sein, sagte er. Die EU benötige Großbritannien auch als Reformkraft, die für freie Märkte und freien Handel eintrete. Zum Thema Flüchtlingskrise sagte Schäuble: "Europa ist nicht das Problem, sondern die Lösung, wenn wir an einem Strang ziehen."

Die Briten entscheiden am 23. Juni in einem Referendum, ob sie in der EU bleiben oder austreten wollen. Der Ausgang der Abstimmung ist offen, selbst innerhalb der Regierung von Premierminister David Cameron gehen die Meinungen auseinander. Selbst wenn Großbritannien aus der Gemeinschaft ausscheiden sollte, müsste es in der Zusammenarbeit und im Handel viele EU-Regeln befolgen.

Zu den wirtschaftlichen Folgen eines Brexits äußerte sich auch der britische Finanzminister George Osborne. Er machte sich ebenfalls für den Verbleib seines Landes in der EU stark. Bei einem Ausstieg aus der Gemeinschaft "wären mehr als 50 unserer Handelsabkommen mit anderen Staaten in der Welt automatisch zu Ende, denn es sind Handelsabkommen mit der EU".