Buch von Facebook-Managerin Sandberg Ran an den Tisch!

Facebook-Managerin Sheryl Sandberg auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos im vergangenen Jahr.

(Foto: Bloomberg)

Auch sie saß schon heulend im Büro. Facebook-Managerin Sheryl Sandberg hat es trotzdem weit gebracht - und kennt sich in politischen Machtzirkeln und in obersten Konzernetagen aus. In ihrem Buch erzählt sie nun, wie schwierig diese Karriere ist. Und wie es Frauen besser machen können.

Von Varinia Bernau

Das Selbstbewusstsein ihres Bruders machte sie schon damals stutzig. So manches Mal hatte er das Seminar im College geschwänzt, von den zwölf besprochenen Büchern hatte er gerade einmal in eines geschaut. Er war das Gegenteil, so erinnert sich Sheryl Sandberg, von ihrer fleißigen Freundin, die den Kurs kein einziges Mal verpasst und alle Bücher gelesen hatte; manche sogar im Original. Aber nach der Klausur, da haderte sie doch mit sich, ob sie das mit der Hegelschen Dialektik gut genug auf den Punkt gebracht hatte. Ihr Bruder hingegen war sich sicher, dass er die beste Note bekommen wird.

Sheryl Sandberg hat diese Anekdote vor etwas mehr als zwei Jahren auf einer Konferenz in Washington erzählt. Sie wollte dem weiblichen Publikum deutlich machen, warum es Männer in der Wirtschaft so viel weiter bringen. Weil sie, wenn man sie fragt, warum sie einen guten Job gemacht haben, antworten: "Ich bin eben ein toller Kerl." So als sei dies die logischste Sache der Welt. Die Frauen aber, die würden sagen, dass ihnen jemand geholfen habe, dass sie Glück gehabt hätten, dass sie hart gearbeitet hätten.

Ein gewisser Mark Zuckerberg

Sandberg, 43, hat es selbst ziemlich weit gebracht. Sie war noch nicht einmal 30 Jahre alt, als Larry Summers sie unter der Regierung des Demokraten Bill Clinton zur Stabschefin seines Finanzministeriums in Washington machte. Später zog es sie zu einem damals noch kleinen Startup namens Google ins Silicon Valley. Irgendwann hatte sie das Gefühl, dass ihre dortige Karriere ins Stocken geriet, da kam ihr das Angebot eines gewissen Mark Zuckerberg ganz gelegen: Er suchte für sein Startup Facebook eine erfahrene Managerin, die sich um das Tagesgeschäft kümmern sollte. Sandberg griff zu. Da war sie noch keine 40. Sie ist diejenige, die einem technikverliebten Jungen gezeigt hat, wie aus seiner Idee ein Milliardengeschäft werden kann.

Auch deshalb hören Frauen aufmerksam zu, wenn Sandberg Karrieretipps gibt. Nun hat sie die Gedanken, die sie damals in ihrer Rede in Washington aufgeworfen hat, vertieft. "Lean In: Women, Work, and the Will to Lead", heißt das Buch, das daraus entstanden ist und im März erscheinen soll. Die deutsche Übersetzung folgt im April: "Frauen und der Wille zum Erfolg". Die 240 Seiten sind reich an persönlichen Erlebnissen. Ihr geht es nicht um Teilzeitstellen, Mentorenprogramme und um all das, über das sich Personalabteilungen bereits reichlich Gedanken gemacht haben. Ihr geht es um die Frage, was jeder Einzelne für Gleichberechtigung im Büro tun kann.

"Auch ich habe noch keine einfache Antwort gefunden", räumte Sandberg damals auf der TED Women-Konferenz ein. Aber ein paar Empfehlungen hatten sie damals durchaus: Setzt euch bei wichtigen Besprechungen an die Tische, statt euch mit den Plätzen am Rand zu begnügen, so rief sie ihrem weiblichen Publikum zu. Sucht euch einen Mann, der ein echter Partner ist. Und behaltet den Fuß auf dem Gaspedal. "Niemand kriegt das schicke Eckbüro, wenn er sich bei Besprechungen nicht mit an den Tisch setzt. Und niemand kriegt die Beförderung, wenn er nicht selbst an sich glaubt."