Vorwürfe gegen Deutsche-Bank-Chef Gericht bestätigt Eingang der Anklage gegen Fitschen

Ob sich Jürgen Fitschen, der Co-Chef der Deutschen Bank, wirklich in einem Prozess verantworten muss, entscheidet nun das Landgericht München.

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Die Anklage gegen den Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, und mehrere ehemalige Top-Manager, liegt dem Gericht vor. Ihnen wird versuchter Prozessbetrug im Kirch-Verfahren vorgeworfen.

Ein mögliches Verfahren gegen den amtierenden Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, rückt näher: Am Dienstag bestätigte eine Sprecherin des Landgerichts München I, dass die Anklageschrift gegen Fitschen, seine Vorgänger Josef Ackermann und Rolf Breuer sowie Clemens Börsig, früher Vorstand und Aufsichtsratschef, und Ex-Vorstand Tessen von Heydebreck beim Landgericht München vorliegt. Mitte August hatte die Süddeutsche Zeitung über den 600 Seiten langen Schriftsatz berichtet. Er war damals von den Behörden noch nicht bestätigt worden.

Zuständig für die Entscheidung ist die fünfte Strafkammer unter Vorsitz von Peter Noll, die zuletzt den Schmiergeldprozess gegen Formel-1-Chef Bernie Ecclestone eingestellt hatte - gegen Zahlung von 100 Millionen Dollar.

Die Vorwürfe gegen Fitschen wiegen weit weniger schwer als gegen seine mitangeklagten Ex-Kollegen. Er soll, so der Vorwurf, die Anwälte der Bank nicht davon abgehalten haben, falsch bei Gericht vorzutragen. Der inzwischen verstorbene Leo Kirch hatte von der Deutschen Bank Milliarden Euro gefordert, weil er ihr vorwarf, für die Pleite seines Medienimperiums mitverantwortlich zu sein. Die Bank bezahlt Kirchs Erben 900 Millionen Euro.

Fitschen sagt, er sei unschuldig - und lehnte vor einigen Monaten das Angebot der Münchner Staatsanwaltschaft ab, 500.000 Euro Bußgeld wegen Verletzung seiner internen Aufsichtspflichten zu zahlen und einen Prozess damit ohne Anklage abzuwenden. Anschließend hätte für Fitschen die Gefahr bestanden, dass die Bankenaufsicht Bafin gegen ihn vorgeht.