Amazon-Chef Jeff Bezos "Ich habe Milliarden Dollar in den Sand gesetzt"

"Mein Job ist es, die Leute zu ermuntern, kühn zu sein", sagt Amazon-Chef Jeff Bezos.

(Foto: REUTERS)
  • Jeff Bezos, Chef von Amazon, gesteht ein, dass einige seiner zahlreichen Investitionen für den Konzern nicht von Vorteil waren.
  • Dennoch verteidigt Bezos seine Strategie - und sieht keinen Grund, etwas zu ändern.

Bezos räumt Fehler ein

Amazon-Chef Jeff Bezos führte seinen Konzern immer nach einem Motto: Geld ausgeben. Dabei greift er in allen Branchen zu. Er investiert in den Handel mit frischen Lebensmitteln, in Paket-Drohnen, das Fernsehgeschäft und verkauft Ebook-Reader ohne viel Gewinn. Damit setzt er den Buchhandel, Kaufhäuser und kleinere Läden weltweit unter Druck.

Nun hat Bezos offen eingeräumt, dass manche Investitionen Fehler waren - bereut sie aber nicht. Schließlich müsse man Risiken eingehen, um etwas zu erreichen: "Ich habe Milliarden Dollar bei Amazon in den Sand gesetzt. Aber mein Job ist es, die Leute zu ermuntern, kühn zu sein. Und wenn man kühne Wetten eingeht, führt das zu Experimenten. Experimente tragen das Scheitern schon in sich", sagte Bezos.

"Ich möchte Millionen Menschen im Weltraum leben und arbeiten sehen"

Ein paar große Erfolge würden vieles von dem wettmachen, was nicht funktioniert habe, glaubt er. Ein Flop war beispielsweise Amazons "Fire Phone". Nur wenige Kunden kauften das Smartphone, die Abschreibung auf die Lagerbestände kostete Amazon im dritten Quartal 437 Millionen Dollar, etwa 351 Millionen Euro. Das Telefon kann seine Umgebung scannen und Produkte direkt im Onlineshop finden. Aufgeben will Bezos aber auch diese Idee nicht. "Manche Dinge brauchen Wiederholungen", sagte er.

Die vielen Investitionen bringen Amazon zwar deutlich mehr Umsatz - gleichzeitig macht das Unternehmen aber Verluste. Kein Grund zur Sorge, findet Bezos: Der Konzern könne profitabel sein, das habe das Unternehmen bereits in der Vergangenheit gezeigt. Amazon sei "eine Ansammlung mehrerer Unternehmen und Initiativen", einige seien profitabel, andere suchten noch nach ihrem Weg.

Nach einem besonderen Weg sucht Bezos übrigens auch - den ins All. Er persönlich investiere in Weltraumprojekte: "Ich möchte Millionen Menschen im Weltraum leben und arbeiten sehen."