Abfindung für Ex-Chef Löscher Sag' zum Abschied leise 15 Millionen

Bekommt eine Abfindung: Peter Löscher

(Foto: AFP)

Für normale Mitarbeiter gibt es vielleicht einen Blumenstrauß oder eine Tasse, wenn sie das Unternehmen verlassen. Anders ist das bei den Vorstandschefs der großen Konzerne. Der geschasste Siemens-Chef Peter Löscher bekommt ein 15 Millionen Euro teures Abschiedsgeschenk. Manche haben allerdings schon deutlich mehr erhalten.

Von Regina Brand

So bitter der Abgang für Peter Löscher persönlich sein mag, finanziell wird es ihn nicht hart treffen. Bisher schon gehört der Siemens-Vorstandschef zu den bestverdienenden Managern in Deutschland. Für das Geschäftsjahr 2011/12 erhielt er eine Gesamtvergütung von knapp 7,9 Millionen Euro, im Jahr davor waren es sogar 8,7 Millionen Euro gewesen.

Das Gehalt setzt sich aus mehreren Teilen zusammen: Die fixe Vergütung beläuft sich auf zwei Millionen Euro. Dazu kamen für 2011/12 mehrere erfolgsabhängige Komponenten von insgesamt 5,9 Millionen Euro, etwa Bonuszahlungen und die Möglichkeit, Aktien zu einem bestimmten Preis beziehen zu können. Löscher hatte erst im vergangenen Sommer einen weiteren Fünf-Jahres-Vertrag angetreten, der noch bis Mitte 2017 läuft. Bei einer vorzeitigen Vertragsbeendigung erhalten Siemens-Vorstände inzwischen maximal zwei Jahresvergütungen, so steht es seit 2011 auch im Kodex für gute Unternehmensführung (Corporate Governance), an dem sich die großen Konzerne orientieren.

Nach vorläufigen Berechnungen kann Löscher mit einer Abfindung von etwa 15 Millionen Euro rechnen. Außerdem hat Löscher laut Geschäftsbericht Pensionszusagen von zuletzt 14,7 Millionen Euro, davon entfallen jedoch 8,5 Millionen Euro auf Löschers Tätigkeit vor seiner Zeit bei Siemens. Für die zwei weiteren Jahre, die noch vergütet werden, kommen weitere Pensionszusagen hinzu. Am Ende könnte dieser Betrag dann bei 17 Millionen Euro liegen.

Viel Geld - aber keine Ausnahme. Wenn Vorstandschefs wie Löscher vorzeitig gehen oder gehen müssen, zahlen die Unternehmen meist hohe Abfindungen.

60 Millionen Mark hatte etwa der frühere Mannesmann-Chef Klaus Esser bei seinem Abschied im Jahr 2000 überwiesen bekommen. Diese Rekordabfindung hat zwar hierzulande bisher keiner überboten, allerdings fallen die Beträge, die Unternehmen ihren Top-Managern zahlen, weiterhin sehr hoch aus.

Werner Seifert, der Chef der Deutschen Börse AG, wurde 2008 vom Aufsichtsrat entlassen und strich damals zehn Millionen Euro ein. Seit Vorstandschef Thomas-B. Quaas vergangenes Jahr bei Beiersdorf ausgeschieden ist, erhält er jährlich knapp eine Million Euro, bis sein Vertrag im Frühjahr kommenden Jahres ausgelaufen ist. Als Ende 2011 der Vorstandschef der Metro AG, Eckhart Cordes, ging, hatte er als Abgeltung seines Dienstvertrages, der noch weitere zehn Monate laufen sollte, mehr als fünf Millionen Euro erhalten.

Auch Léo Apotheker, ehemaliger Vorstandschef des Softwareherstellers SAP, hat knapp fünf Millionen Euro nach seinem Ausscheiden bekommen. Damit sollte sein Urlaub und die vorzeitige Beendigung seines Vertrags abgegolten werden.

Die Deutsche Bank zahlte wiederum eine Million Euro an Josef Ackermann, als er vergangenes Jahr ausschied. Jürgen Großmann, einstiger Chef des Energiekonzerns RWE, nahm bei seinem Abschied im vergangenen Jahr eine Einmalzahlung von mehr als zwei Millionen Euro entgegen.

Nicht nur die Chefs, sondern auch Vorstandsmitglieder und Aufsichtsräte erhalten hohe Abfindungen, wenn sie vorzeitig gehen. Im Geschäftsjahr 2008 hat Siemens eine Gesamtsumme von fast 22 Millionen Euro an fünf Vorstandsmitglieder gezahlt.

Ein Jahr zuvor hatte der Industriekonzern den Vorstandsvorsitzenden Klaus Kleinfeld mit fast sechs Millionen Euro verabschiedet. Sein Nachfolger hieß Peter Löscher - und der bekam prompt 8,5 Millionen Euro. Zur Begrüßung.