Übergrößen auf der New York Fashion Week In Größe 48 auf den Laufsteg

Schon seit Langem ist Plus Size im Mode-Mainstream angekommen, die New York Fashion Week hat den Trend bislang jedoch ignoriert. Dass nun erstmals eine Übergrößenkollektion auf der Modewoche präsentiert wird, wird als Revolution in XXL gefeiert - und ist doch nur ein Zugeständnis im Miniaturformat.

Von Christina Metallinos

Eden Millers Karriere begann in New York. Als Kostümbildnerin arbeitete sie lange Zeit für Theater und Filmproduktionen. Jetzt hat die Modedesignerin einen neuen Schritt geschafft in der Stadt, die niemals schläft - gestern präsentierte sie erstmals eine eigene Kollektion auf der New York Fashion Week. Nicht nur für Eden Miller ist das eine Premiere. Erstmals schafft es so ein Branchenzweig auf die Modewoche, der bisher komplett von deren Laufsteg ferngehalten wurde: Plus Size, zu deutsch Übergrößen.

Cabiria heißt die Kollektion von Eden Miller. Online sieht man vor allem feminine, körperbetonte Kleider mit großen, farbenfrohen Mustern, die einen ein wenig an Italo-Filme aus den Fünfzigern erinnern. Das Fashion Law Institute hat Miller und ihre Entwürfe für seine Nachwuchsshow ausgewählt.

"Ich bin wahnsinnig aufgeregt", sagte Eden Miller dem Onlineportal Fashionista.com vor der Show, "Obwohl es da draußen jede Menge High-End-Mode in großen Größen gibt, wurde diese noch nie auf einer Fashion Week gezeigt." Damit hat Miller nicht ganz recht - tatsächlich fand erst im Juli die "Curvy is sexy"-Messe im Rahmen der Berliner Fashion Week statt. Dort präsentierte beispielsweise die deutsche Designerin Anja Gockel ihre Entwürfe in großen Größen.

Die Tatsache, dass es eine Plus Size-Kollektion auf einen Laufsteg, wenn auch auf einen eher abseitigen, der New York Fashion Week schafft, sorgt für große Begeisterung unter Bloggern und Moderedakteuren. In der Welt der Haute Couture herrschte bislang das Karl-Lagerfeld-Credo "Runde Frauen will niemand sehen" vor, da scheint es geradezu revolutionär zu sein, dass es eben diese runden Frauen ins Programm der Modewoche schaffen. Die Tatsache, dass neben Eden Miller noch fünf weitere Designer, die für übliche Modelmaße schneidern, in einer einzigen Stunde ihre Kollektionen vorführen werden, tut offenbar nichts zur Sache.

Plus Size gehört längst dazu

Doch findet etwas in der Mode tatsächlich erst statt, wenn es sich zwischen Haute Couture und Prêt-à-porter in New York, Paris oder Mailand wiederfindet? Plus-Size-Blogger haben sich im Web bereits längst neben anderen Fashionbloggern etabliert und Hersteller wie H&M, Asos und Forever 21 schneidern seit Jahren modische Kleidung für die Massen, auch jenseits von Konfektionsgröße 44. Selbst Karl Lagerfeld buchte inzwischen die füllige Musikerin Beth Ditto und das Plus-Size-Model Crystal Renn - wobei Letztere inzwischen wieder so viel abgenommen hat, dass sie gar nicht mehr als Übergrößenmodel durchgeht.

Insofern scheint Plus Size fast schon so selbstverständlich geworden zu sein, dass in vielerlei Modehinsicht gar nicht mehr sonderlich darauf eingegangen wird. Designerin Eden Miller gibt sich bescheiden: "Ich hoffe, dass es einfach kein Thema wird, dass es eine wunderschöne Show wird und dass die Kollektion einfach genauso wie die anderen Angebote auf der Fashion Week betrachtet wird."