Spreewaldgurken im Test Saurer Segen

Spreewaldgurken waren eine der beliebtesten Spezialitäten im Osten. Unser Experte hat gekostet, wie gut das eingelegte Gemüse heute schmeckt.

Von Martin Schneider

Stephan Hentschel muss es wissen. "Eine echte Spreewaldgurke muss schnurbsen", sagt der Küchenchefs des Berliner Vegetarierrestaurants Cookies Cream. Der vom Restaurantführer Gault Millau ausgezeichnete Koch kommt aus Sachsen und mit "schnurbsen" meint er das knackende Geräusch der Gurke beim Kauen. Zu weich sein darf sie also auf keinen Fall, die perfekte Spreewaldgurke. Und kalt muss sie sein, auf jeden Fall Kühlschranktemperatur.

In der DDR war das eingelegte Gemüse immer beliebt, heute zählt es zum essbaren Ostalgie-Kult. Spätestens seit Daniel Brühl 2003 im Film "Good Bye, Lenin" ein Glas davon aufzutreiben versuchte, um seiner Mutter den Mauerfall zu verheimlichen. "Spreewaldgurke" ist heute eine geschützte Lebensmittelbezeichnung der EU, erkennbar an dem gelb-blauen Siegel auf dem Glas. Die Gurken aus Brandenburg haben so einen guten Ruf, weil die humusreichen Böden und das Klima im Spreewald ideal für ihr Wachstum sind.

Was man allerdings mit der Gurke nach der Ernte am besten macht, damit sie zum Genuss werden, ist die große Frage. Erzählt man Hentschel, dass ein großer Hersteller behauptet, das Geheimnis sei die Gewürzmischung, da Gurken kaum Eigengeschmack hätten, schüttelt er den Kopf. "Da sieht man mal, wie die Industrie den Bezug zum Produkt verloren hat." Für uns hat er sechs Sorten Original Spreewaldgurken verkostet.