Burberry unter Tierquälerei-Verdacht Aufregung um Pfauenfeder-Mantel

Umstrittenes Kleidungsstück: Die Pfauenfedern, mit denen der Mantel aus Burberry-Sommerkolletktion bestickt ist, sollen nun doch aus China stammen - wo es üblich ist, die buntgefiederten Tiere lebendig zu rupfen.

(Foto: Getty Images)

Beim Lügen ertappt: Die Federn ihrer extragavaganten Pfauen-Mäntel würden zu hundert Prozent von Zuchttieren aus Indien stammen, behauptete die Luxus-Marke Burberry. Tatsächlich kamen die Federn aber aus China, wo Pfaue üblicherweise lebendig gerupft werden.

Schimmernd grün und unverschämt teuer: Der extravagante Pfauenfedermantel aus der aktuellen Sommerkollektion von Burberry macht erneut Schlagzeilen - diesmal nicht wegen seines stolzen Preises von 27.000 Euro, sondern wegen der Herkunft des tierischen Materials.

Burberry bewarb das händisch mit Pfauenfedern besetzte Stück auf der Homepage mit der Beschreibung, die hochwertigen Federn würden zu hundert Prozent von in Indien gezüchteten Tieren stammen. Dies klingt zunächst schlüssig - Indien ist schließlich die natürliche Heimat der Vögel. Wäre da nicht die Kleinigkeit, dass das prachtvolle Federvieh im Hinduismus als unantastbar gilt und der Export von Tier und Feder daher im ganzen Land verboten ist. Kein Wunder also, dass Tierschutzorganisationen stutzig wurden, als Burberry den wichtigsten Bestandteil des Mantels mit der Herkunft Indien anpries. Auch die Politik wurde hellhörig: Trotz des Verbots werden nämlich tausende Tiere jährlich geschlachtet und ins Ausland geschmuggelt. Darauf, dass die Tiere etwa einmal pro Jahr ihre Federn auf natürliche Weise verlieren, warten nur die wenigsten.

Nachdem die Parlamentsabgeordnete Maneka Gandhi bereits eine Untersuchung angeordnet hatte, folgte nun eine verzögerte Erklärung auf Anfrage der britischen Daily Mail: Es sei ein Fehler passiert, so die PR-Agentur Brunswick, die Burberry vertritt. Wie sich herausgestellt habe, seien die Federn aus China nach Indien exportieren worden, um dort lediglich weiterverarbeitet zu werden. Ob es sich bei dem Feder-Fauxpas um absichtliche Täuschung oder ein Versehen handelte, ist bislang nicht bekannt.

In jedem Fall wirft die Geschichte ein schlechtes Licht auf das Luxuslabel, das seit geraumer Zeit versucht, sich als Unternehmen mit Gewissen zu positionieren. Die teure Modemarke ist etwa Mitglied der "Ethical Trade Initiative", die sich für faire Arbeitsbedingungen weltweit einsetzt.

Fünf Quadratmeter Lebensraum

Weniger das Wohl der Arbeiter, als das der Tiere, deren Federn für den extravaganten Mantel genutzt wurden, steht nun im Zentrum der Diskussion: In China ist es laut Daily Mail durchaus üblich, dass Zuchtvögel lebendig gerupft werden. Obwohl diese grausame Methode bei Pfauen meist blutende Fleischwunden hinterlässt, wächst das Gefieder mehrmals komplett nach, bis die Tiere schließlich wegen ihres Fleisches geschlachtet werden.

Zudem sollen auch die Haltungsbedingungen für Zuchttiere in China alles andere als in Ordnung sein: Die bis zu sechs Kilogramm schweren Vögel sollen auf riesigen Farmen mit bis zu fünf Artgenossen auf etwa fünf Quadratmetern leben. Auch bei kleinerem Geflügel sollen die Lebensumstände nicht besser sein. In der Vergangenheit stornierte die schwedische Möbelkette IKEA etwa eine Bestellung chinesischer Daunen, nachdem dies bekannt wurde.

Ein Sprecher von Burberry hingegen versichert, dass ausnahmslos alle Lieferanten und Auftragnehmer nach den höchsten ethischen Handelsstandards ausgewählt werden. Zudem sei nur eine "sehr begrenzte Zahl" der Mäntel hergestellt worden, eine Massenproduktion sei ohnehin nie vorgesehen gewesen. Bis heute soll es etwa 20 Stück der außergewöhnlichen Kleidungsstücke geben.