Donuts auf Abwegen Kampf der süßen Kringel

Ob mit Zuckerguss, Schokolade oder Marmeladenfüllung: Herkömmliche Donuts, wie sie die Amerikaner bisher liebten.

(Foto: miflippo/iStockphoto)

Den Amerikanern ist der Donut langweilig geworden. Offenbar reicht ihnen das einfache Schmalzgebäck mit Cremefüllung und bunten Streuseln nicht mehr. Nach dem "Cronut", einer Mischung aus Croissant und Donut aus New York, ziehen jetzt Chicago und Washington D.C. nach.

Von Christina Metallinos

Lieber ein knusprig blättriges Croissant aus Hefeteig, getrennt von etlichen dünnen Butterschichten, oder doch ein Donut, für den man Teig in heißem Fett frittiert? Bisher mussten sich die New Yorker in der Bäckerei für eine der beiden Leckereien entscheiden. Seit drei Monaten jedoch ist die Stadt verrückt nach der ultimativen fettsüßen Sünde: der "Cronut", eine Entwicklung des New Yorker Zuckerbäckers Dominique Ansel. Seit dem ersten Verkaufstag am 10. Mai spricht sich die Donut-Variante herum, inzwischen stehen die New Yorker schon frühmorgens stundenlang Schlange und hoffen inständig, ein Exemplar des so luftig anmutenden Blätterteigs in Donutform zu ergattern

Jetzt hat der "Cronut" jedoch offiziell Konkurrenz aus Washington D.C. bekommen. Genauer gesagt vom Laden "Astro Doughnut & Fried Chicken". Den Inhabern hat es offensichtlich nicht gereicht, in ein- und demselben Laden sowohl Hühnerteile als auch Donuts aus der Fritteuse zu servieren - sie feierten gestern die Premiere ihrer mit Eiscreme gefüllten Donut-Sandwiches. Zum Einstand gab es Mocca-Eis in aufgeschnittenen Schokoladendonuts und Passionsfrucht-Kringel mit Himbeer-Verbenen-Eis.

Eines haben sich die Washingtoner von Dominique Ansel abgeschaut: Sie stellen jeden Tag nur eine limitierte Zahl der Donut-Eis-Sandwiches her. Künstliche Verknappung ist bekanntermaßen gut fürs Geschäft, wie man an "Cronut", iPhone und Designerhandtaschen sehen kann. Bei "Astro Doughnut & Fried Chicken" will man erst einmal die Umsätze dieser Woche abwarten, bevor entschieden wird, ob die Sandwiches dauerhaft ins Sortiment aufgenommen werden. Für heute auf der Karte: Kakaosplitter-Donuts mit sizilianischer Pistanzieneiscreme und die Spezialität des Hauses, Crème-brûlée-Donuts, gefüllt mit gefrorener Tortencreme.

Im Donut-Kampf mischt sich nun jedoch eine weitere Großstadt ein. Denn "Firecakes Donuts" in Chicago soll bereits seit Ende Juli Eiscreme zwischen Donuthälften verkaufen. Und die Inhaber der fahrenden Imbissbude "Beavers Coffee and Donuts" verkaufen seit 15. Juli noch einen weiteren Donut-Hybrid: für den Donut Milkshake werden vier Kugeln Eiscreme mit vier zerbröselten Mini-Donuts und Milch gemixt, darauf kommen noch eine große Portion Sahne, Karamell- und Schokosauce. Das Tüpfelchen auf der Kalorienbombe: ein weiterer Mini-Donut, durch den der Strohhalm gesteckt wird.

Was kommt als Nächstes? Der dreifache Donut-Whopper mit Marzipanfüllung und Kirschen? Donut-Cupcakes mit extra viel quietschbunter Buttercreme? Der Kürbiskuchen mit einem Boden aus karamellisierten Donutbröseln zu Thanksgiving? Wahrscheinlich nichts davon, mit der Zeit wird auch das Rennen um die abgefahrenste Variation des Donuts vorbei sein. Denn irgendwann ist jeder Magen einfach nur eines: voll.