Ärger um Kopfschmuck bei Victoria's Secret Federn lassen

Normalerweise achtet kaum jemand auf die Kopfbedeckungen der Models bei der Victoria's Secret Show. Bei so viel nackter Haut. Doch ein opulenter Federschmuck von Nachwuchs-Mannequin Karlie Kloss sorgt nun für Empörung bei den Ureinwohnern Amerikas.

Jahr für Jahr erregt die Victoria's Secret Fashion Show weltweit Aufsehen: In einer glamourösen Inszenierung präsentiert die erste Reihe der Topmodels Dessous des amerikanischen Unterwäschelabels. Und die sind meist sehr knapp und sehr durchsichtig. Das Gegengewicht zu dem bisschen Stoff sind gigantische Engelsflügel, die auf dem Rücken ausgewählter Damen festgeschnallt sind.

Die diesjährige Modenschau fand in der vergangenen Woche in New York statt - mit viel Glanz und Glamour, sowie Livemusik von Justin Bieber und Rihanna. Wirbel gibt es im Nachhinein jedoch keineswegs um zu wenig Stoff, sondern eher um zu viele Federn.

Denn neben den prominenten Himmelsbotinnen Alessandra Ambrosio und Miranda Kerr stolzierte auch Nachwuchs-Engel Karlie Kloss über den Laufsteg. Die 20-jährige Amerikanerin trug einen knappen Leo-Print-Bikini mit Fransen, war über und über mit Türkisen behängt. Ein indianischer Kopfschmuck, der bis zum Boden reichte, vervollständigte ihr Outfit - und genau der sorgt jetzt in Amerika für landesweite Diskussionen und Empörung.

Victoria's Secret Engel Karlie Kloss mit dem Kopfschmuck, der in Amerika für Aufregung sorgte. Als "herabwürdigend" bezeichnete ein Sprecher der Navajo Nation den Federschmuck des Topmodels.

(Foto: Evan Agostini /Invision/AP)

"Wir sind Menschen, kein Trend"

"Herabwürdigend", findet Emy Zah, der Sprecher der Navajo Nation, Kloss' Outfit. Einen solchen Kopfschmuck trügen Indianer als Zeichen besonderer Auszeichnung. "Wir mussten Fürchterliches ertragen, um zu überleben und sicherzustellen, dass unsere Lebensweise erhalten bleibt", so Zah weiter.

In einer offiziellen Erklärung, die unter anderem auf dem feministischem Blog Jezebel veröffentlich wurde, schreibt Ruth Hopkins, Anwältin dreier großer amerikanischer Indianerstämme: "Wir sind Menschen, kein Trend. Wir tragen keine Kostüme. Wir tragen Kleidung und jedes einzelne Stück bedeutet etwas Besonderes."

Die Urvölker Amerikas - hierzu werden alle nördlich von Mexiko gezählt - erlebten Jahrzehnte der Ausgrenzung, Benachteiligung und Enteignung. Die Integration von Indianern oder Menschen mit indianischen Vorfahren verläuft auch heute noch eher schleppend. Für Anerkennung in der amerikanischen Gesellschaft habe man jahrelang hart gekämpft, schreibt Hopkins weiter und ruft via Facebook und Twitter zu einem Boykott von Victoria's Secret auf.

Das Unternehmen hat mittlerweile reagiert und zeigt sich einsichtig: "Wir möchten uns aufrichtig entschuldigen, da wir keinerlei Absicht hatten, irgendjemanden zu beleidigen", heißt es auf der Facebook-Seite des Unternehmens. Mehr als 4800 Menschen kommentierten den Eintrag, darunter war Kritik an Victoria's Secret, aber auch Kritik an der "Engstirnigkeit und Verbohrtheit der Indianer" zu lesen. Victoria's Secret teilte weiter mit, der fragwürdige Auftritt werde bei der TV-Ausstrahlung der Show Anfang Dezember nicht zu sehen sein.

Und auch Karlie Kloss meldete sich zu Wort, via Twitter: "Es tut mir aufrichtig leid, falls das, was ich während der VS Show getragen habe, jemanden beleidigt hat." Sie unterstütze die Ankündigung von Victoria's Secret, das Outfit nicht mehr zu zeigen, schreibt das Model weiter.