17. Dezember 2012 16:10 Schwangere Herzogin Catherine Schlitz statt Schlabberlook

Eine Stilkritik von Antonia Hilpert

Schwanger und sexy geht nicht? Von wegen! Herzogin Kate widerlegt dieses Vorurteil mit Bravour. Anders als einst ihre Schwiegermutter Prinzessin Diana zeigt sich die werdende Mama in edler Robe attraktiv wie eh und je.

Seinen Preis nimmt der Tour-de-France-Gewinner Bradley Wiggins aus den Händen von Catherine, der Herzogin von Cambridge, und David Beckham entgegen. Der Radfahrer wird zum britischen Sportler des Jahres gekürt. Doch eigentlich spielt er nur eine Nebenrolle: Für Kate ist es der erste öffentliche Auftritt seit der Bekanntgabe ihrer Schwangerschaft. Und was für ein Auftritt! Männeraugen waren an diesem Abend zweifellos nicht auf den Sport gerichtet.

Die Herzogin trägt bei der Preisverleihung eine tannengrüne Robe des Designers Alexander McQueen. So schick gekleidet lässt sie sogar Fußball-Schönling David Beckham aussehen, als wäre er geradewegs aus der Spielerkabine gestolpert. Der grau-braune Anzug des Sportlers kann mit der Garderobe der royalen Schönheit definitiv nicht mithalten.

Bei der Gala zur Ehrung des britischen Sportlers des Jahres übergibt Herzogin Kate die Preise zusammen mit dem Fußballstar David Beckham.

(Foto: AP)

Gegen das Kleid ist also theoretisch nichts einzuwenden: schick, elegant, wahrhaft königlich. Nur ein kleines Detail sticht sofort (vor allem ins männliche) Auge, manch einen mag es sogar etwas irritieren: der Schlitz! Das edle Gewand lässt dem Bein viel Freiraum und zeigt nackte Haut. Und das, obwohl die Herzogin schwanger ist.

Aber ist das ein Grund, ab sofort nur noch Schlabberklamotten zu tragen? Nein, definitiv nicht. Nur weil sich eine Frau in anderen Umständen befindet, darf sie trotzdem ihrem Stil treu bleiben. Spätestens seit 1991, als Demi Moore ihren Babybauch stolz auf dem Cover der US-Ausgabe von Vanity Fair präsentierte, sind Erotik und Schwangerschaft kein Widerspruch mehr. Im Gegenteil. Immer mehr Frauen lassen ihre Baby-Rundungen fürs Familienalbum vom Fotografen ablichten. Warum sollte sich eine attraktive Schwangere also nicht in einem figurbetonten Kleid mit Beinausschnitt zeigen?

Mit Kate scheint diese moderne Auffassung der Schwangerschaft nun auch bei den Royals angekommen zu sein. So präsentierte sich das britische Königshaus bislang nicht. Denken wir zurück an Prinzessin Diana: Auch sie war eine Stilikone, wie jetzt ihre Schwiegertochter Kate. Als sie ihre Söhne William und Harry erwartete, warf sie ihren Kleidungsstil scheinbar über Bord. Sie trat in weiten, ja fast sackförmigen Kleidern in die Öffentlichkeit. Die königliche Figur war nur noch zu erahnen.

Prinzessin Diana und Prinz Charles mit ihrem neugeborenen Sohn William im Jahr 1982.

(Foto: AP)

Fairerweise muss man aber einwerfen, dass Diana ihren Babybauch zu anderen Zeiten einkleiden musste. Ihr Sohn Prinz William wurde 1982 geboren, Prinz Harry zwei Jahre später. Mit Blick auf die Mode vor 30 Jahren - schillernd bunte und viel zu weite Sweatshirts mit extremen Schulterpolstern und dazu knallenge Jeans - erscheinen Dianas Kleider gar nicht mal unästhetisch.

Kates guter Geschmack hingegen scheint mit der Schwangerschaft nicht verloren gegangen zu sein. Vielleicht kleidet sie sich allerdings nur derart sexy, weil es ihre Figur schlichtweg noch zulässt. Noch muss die Herzogin keine Wölbung in der Körpermitte kaschieren. Wir dürfen also auf die königliche Schwangerschaftsmode gespannt sein, in der sich die werdende Mutter in den nächsten Monaten zeigen wird.