Nach den krassen Fehlentscheidungen zugunsten von Deutschland und Argentinien steigt die Zahl der Videobeweis-Befürworter. Doch zu einer Regeländerung wird es nicht kommen - wegen einer Einrichtung aus dem 19. Jahrhundert.
Das Beweisdokument ist eindeutig. Da können sich die englischen Spieler, Trainer und Medien noch so sehr auf den Videobeweis berufen, das Foto zeigt: Der Schuss von Frank Lampard, der in der 38. Minute von der Unterkante der Querlatte zurück auf den Boden prallte und nun für so viele Debatten sorgt, war kein Tor, eindeutig kein Tor. Noch am Abend des Achtelfinal-Duells erstellte ein bislang Unbekannter die unten abgebildete Montage, die auf mehreren Plattformen upgeloadet wurde und seitdem durchs Internet geistert.
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Eine im Internet kursierende Montage beweist: Es war eindeutig kein Tor. (© Screenshot http://imgur.com/QxJvh)
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Doch insgesamt ist beim Thema Schiedsrichter-Entscheidungen Schmunzeln alles andere als angebracht. Zwei krasse Fehlentscheidungen haben die beiden Achtelfinalspiele am Sonntag entscheidend mitgeprägt. Zunächst erkannte der Uruguayer Jorge Larrionda im Spiel Deutschland gegen England nicht, dass Lampards Schuss hinter der Linie landete und verwehrte den Three Lions den Treffer zum 2:2. Dann übersah der Italiener Roberto Rosetti bei Argentiniens 3:1 gegen Mexiko vor dem ersten argentinischen Treffer eine klare Abseitsstellung von Carlos Tevez.
"Schiedsrichter weiter die größten Pfeifen", überschreiben die Agenturen nun schon ihre Meldungen. Denn die Debatte um die Qualität der Schiedsrichter bei dieser WM ist nicht neu. Schon etliche merkwürdige Entscheidungen hat es gegeben: Brasiliens Luis Fabiano durfte den Ball zwei Mal mit der Hand berühren, ehe er ins Tor schoss, die USA verzweifelten darüber, wie der Schiedsrichter Maurice Edus Treffer zum 3:2 gegen Slowenien nur als Abseits werten konnte, und Italien weint nicht nur wegen seines Altherren-Fußballs über das WM-Aus, sondern auch wegen dreier falscher Pfiffe gegen sie.
Vermeintliche Fußball-Romantiker
Doch nach diesen beiden Fällen am Sonntagabend, die nicht irgendwelchen unbekannten und aus sportpolitischen Gründen an der WM teilnehmenden Referees unterliefen, sondern zwei Schiedsrichtern der internationalen Klasse, gewinnt die Diskussion noch einmal an Fahrt. Vor allem, weil sowohl Lampards Tor als auch Tevez' Abseitsstellung in der Wiederholung eindeutig waren. Besonders absurd mutete die Szenerie in Johannesburg an, wo noch während der Spielunterbrechung Schiedsrichter Rosetti die Abseitsstellung auf der Stadion-Leinwand hätte sehen können, wenn er sie denn hätte sehen dürfen. Doch das Fifa-Reglement verbietet bekanntlich elektronische Hilfsmittel.
Je öfter solche Fälle auftreten, desto weniger geht es um die konkrete Schiedsrichter-Leistung an sich, als vielmehr um die merkwürdige Handhabung der Fifa. Über vermeintliche Fußball-Romantiker wie Günter Netzer ("Der Fußball braucht keinen Videobeweis, Fußball ist Drama!") schüttelt selbst dessen treuer Partner Gerhard Delling den Kopf.
Die Gruppe der Videobeweis-Befürworter wächst und wächst, Spitzenfußballer, Spitzentrainer und Spitzenschiedsrichter fordern andauernd dessen Einführung - oder, wahrscheinlich noch sinnvoller, die Entwicklung eines Chips im Ball, der beim Überfliegen einer Linie akustische Signale an den vierten Mann am Spielfeldrand sendet, der wiederum den Schiedsrichter informiert.
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mitten in der Nacht hier in Neuseeland, Augen schon dicke..aber das hab ich doch gesehen u. das Herz rutschte in die Hose, war wie ein deja-vue, damals vor 44 Jahren.
Aber als der Schiedsrichter einfach wegmarschierte...suesser die Pfeife nie klang!!
"....es ist NUR ein Spiel...."
DAS widerum kann nur eine Frau schreiben!! ;-)
sie verstehen es immer noch nicht, es geht nicht um perfekt oder nicht perfekt, es geht darum benachteiligungen zu minimieren aber das übersteigt anscheinend ihren erkenntnishorizont.
Mixa ist weg und der G20 Gipfel war ja dermassen langweilig also bleibt mir da nicht viel anderes übrig bleibt als darüber zu diskutieren dass es nur um ein Spiel geht ;o).
"genau. und weil Sie es gar nicht ernst nemen, diskutieren Sie hier kräftig mit ;-)"
"Einen größeren Unfug hab ich zu dem Thema noch nicht gelesen. Als ob jedes Kreisligaspiel mit Ultraaufwendigem Kamreaequipment übertragen wird und die halbe Welt zuschaut? (inkl. 3d Animation, Abseitsanalyse, Zeitlupe, HD etc.) "
Der "Unfug" wie sie es nennen stammt nicht von mir, sondern von der FIFA.
Außerdem ist ihr Argument vorschnell.
Ich werde ihnen ein Beispiel bieten:
DFB-Pokal erste oder zweite Runde Bayern spielt bei einem Landesligisten, der durch seine Unterklassigkeit Heimrecht hat. Dorffußballplatz,keine Kameras,kein Chip.....wie wollen sie es in so einem Fall bitte dann handhaben ?
Solange nicht klar definiert ist, bei welchen Spielen Technik zum Einsatz kommt und welche Vergehen oder Entscheidungen überprüft werden, solange ist einfach keine einheitliche Richtlinie möglich also verzichtet manrichtigerweise ganz darauf.
Paging