WM 2011: EinzelkritikMit Theo beim Bankett auf Tonga

Drei Spiele, drei Siege, sicher im Viertelfinale - Deutschlands Fußballerinnen begeistern für den Moment. Doch wie nachhaltig ist dieser Erfolg? Die Einzelkritik der deutschen Frauen zur WM-Halbzeit.

WM 2011: Einzelkritik – Simone Laudehr

Im Moment sind Deutschlands Fußballerinnen so bekannt, als hätten sie gerade an einer Casting-Show im Privatfernsehen teilgenommen. Die Frage, die über dieser herrlichen WM liegt, lautet aber: Werden die Spielerinnen nach der WM ebenso in Vergessenheit geraten, wie die meisten gecasteten Superstars? Oder wird ihr Ruhm "nachhaltig" sein, wie die im Umfeld der Mannschaft anzutreffenden Politiker und Funktionäre formulieren würden? Wie die SZ aus sicherer Quelle erfuhr, steht bereits fest, welche Spielerinnen das Land auch nach der WM vertreten dürfen. Auf der Basis der bisher gezeigten Vorrundenleistungen wurden im Kanzleramt vier Kategorien entworfen: Wer dem Land die größte Ehre erwiesen hat, darf auf Weltreise gehen. Andere kommen nicht ganz so weit rum.

Auf Weltreise

Stand vor dem Turnier im Mittelpunkt von Geschichten, in denen es um Jubelposen, Sport-BHs und ihren Waschbrettbauch ging. Steht jetzt im Mittelpunkt von Geschichten, in denen es um Fleischwunden, Blutergüsse und Prellungen geht. Fühlt sich in diesen Geschichten deutlich wohler. Interpretiert den Fußball auf der Sechser-Position aber keinesfalls - wie gegen Nigeria - nur als Kampfsport, sondern so modern und vielseitig, dass man darüber mal eine Geschichte schreiben müsste. Bisher die Beste im deutschen Team. Darf nach der WM die Kanzlerin auf die nächste Reise nach Lagos und Abuja begleiten.

Bild: dapd 8. Juli 2011, 13:132011-07-08 13:13:22 © SZ vom 08.07.2011/ebc