WM 2006 DFB-Affäre: Frankfurter Staatsanwaltschaft bittet um Rechtshilfe in der Schweiz

Die Ermittler wollen herausfinden, wo die vor der WM 2006 verschobenen 6,7 Millionen Euro gelandet sind.

Von Klaus Ott

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft treibt ihr Steuer-Verfahren wegen der Affäre beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) um die WM 2006 voran. Die Strafverfolger haben ein Rechtshilfeersuchen in die Schweiz gestellt. Die Frankfurter Ermittler wollen herausfinden, wo die 6,7 Millionen Euro geblieben sind, die das Organisationskomitee (OK) der WM im Jahr 2005 unter Angabe eines falschen Verwendungszwecks an den in Zürich ansässigen Weltverband Fifa überwiesen hatte.

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Das Geld war offiziell als Zuschuss für das Kulturprogramm der WM gedacht. In Wirklichkeit sollte so ein Darlehen zurückgezahlt werden, das der frühere Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus drei Jahre vorher dem OK gewährt hatte. Das Dreyfus-Geld soll an die Fifa-Finanzkommission geflossen sein; als eine Art Gebühr für einen Fifa-Zuschuss in Höhe von 250 Millionen Euro für die WM. So stellt der DFB es heute dar.

Das Dreyfus-Geld ist möglicherweise in einer schwarzen Fifa-Kasse gelandet, die Verbandschef Sepp Blatter für seine Wiederwahl im Jahr 2002 genutzt haben könnte. Ob es so war - auch darüber könnten eventuell Schweizer Konten Aufschluss geben. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft verdächtigt den DFB, die 6,7 Millionen Euro zu Unrecht als Betriebsausgaben beim Fiskus geltend gemacht und so Steuern in Höhe von etwa 2,5 Millionen Euro hinterzogen zu haben.

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