Wirbel um HSV-Profi Tah Steht Manchester City schon bereit?

In einer Mail an das Abendblatt warf er Adewunmi Manipulation vor und drohte mit einer Klage: "Du sollst nicht die Karriere meines Sohnes kaputt machen, weil du als Amateurspieler nichts erreicht hast." In einer weiteren Mail wurden dem Deutsch-Afrikaner Adewunmi Voodoo-Methoden nachgesagt. Dort heißt es, er habe Tahs Mutter Anja "mit afrikanischer Magie geblendet". Er sei jetzt "wie ein Gott für die blonde Mutter und ihren Sohn".

Aquila Tah, der Spielervater, kündigte zudem an, vor Gericht zu ziehen, weil der Vertrag mit dem HSV laut Fifa-Statuten nicht gültig sei; tatsächlich dürfen mit Minderjährigen nur maximal Dreijahres-Verträge abgeschlossen werden. Der HSV-Vorstand hat aber keine Zweifel an der Wirksamkeit, weil der am 28. November 2013 getroffene Abschluss eine "Änderungs- und Verlängerungsvereinbarung des Arbeitsvertrages vom 13. Januar 2013" sei. Der Kontrakt sei rechtskräftig und liege der DFL vor. Zudem sei er nur um zwei Jahre verlängert worden, sagte HSV-Sportchef Oliver Kreuzer.

Klubchef Carl Edgar Jarchow spricht gar von einer "wasserdichten" Vereinbarung. Das habe man noch einmal mit dem HSV-Anwalt besprochen. Ob wirklich alle Juristen das so sehen, ist zumindest zweifelhaft. Doch auch Kreuzer, der "kriminelle Energie" hinter dem "Skandal" der Veröffentlichung vermutet, behält sich juristische Schritte vor.

Etwas dubios wirkt zudem, was den Hamburger Blättern sonst noch so zugetragen wurde. Wäre der Vertrag tatsächlich ungültig, könnte Jonathan Tah den Klub schon in diesem Sommer für deutlich weniger als 25 Millionen Euro verlassen; und angeblich gibt es für diesen Fall sogar schon ein Agreement, wonach Manchester City den Spieler für acht Millionen verpflichten könnte. Scout bei City ist Sebastian Arnesen, der Sohn des früheren HSV-Managers Frank Arnesen, der Tah gut kennt.

Der Berater Adewunmi sagt zu solchen Gerüchten nur, wer so etwas in die Welt setze, der wolle "Jonathan und dem HSV schaden". Jonathan Tah selbst sagt gar nichts. Weder zu seinem Vater noch zu seiner Zukunft oder zum Spiel gegen Hertha BSC. Er wird am Samstagabend stabile Nerven benötigen, denn es geht so ganz nebenbei auch noch gegen den Abstieg.