Wintersport Biathlon: Deutsche Mixed-Staffel gewinnt WM-Silber

Simon Schempp: Nur gegen Frankreich machtlos

(Foto: Getty Images)

Schlussläufer Simon Schempp muss nur Martin Fourcade aus Frankreich ziehen lassen.

Erst kurz vor dem Ziel gab sich Simon Schempp geschlagen. Trotzdem strahlte der Schlussläufer der deutschen Mixed-Staffel nach Platz zwei hinter Frankreich zum Auftakt der Biathlon-WM mit Franziska Preuß, Franziska Hildebrand und Arnd Peiffer um die Wette. "Das war ein Rennen auf absoluter Augenhöhe. Wir sind absolut glücklich mit Silber", sagte Schlussläufer Schempp. "Ich habe versucht, alles rauszuholen, aber ich war dann ganz schön kaputt. Wir haben eine Medaille gewonnen und nicht Gold verloren."

Der Zeitplan der Biathlon-WM

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Der Auftakt-Sieg wäre drin gewesen, hätte Schempp nicht bei seinem letzten Schuss einen Nachlader benötigt. So ging der Schwabe mit einem Rückstand von 1,7 Sekunden hinter dem französischen Martin Fourcade auf die letzten Kilometer. Im Ziel betrug der Rückstand dann 4,3 Sekunden. Insgesamt sieben Nachlader benötigten die vier deutschen Skijäger. Acht Reservepatronen nutzten die Franzosen. Dritter wurden die Norweger, bei denen Tarjei Bø die Siegchance ebenfalls beim letzten Schießen vergab.

Zwei Tage vor dem Sprint-Wettkampf am Samstag mit den großen Gold-Hoffnungen Laura Dahlmeier und Schempp ging die Rechnung der beiden Bundestrainer Gerald Hönig und Mark Kirchner auf. Nachdem sich das Duo bei den Titelkämpfen vor einem Jahr in Kontiolahti verzockt und ein B-Team ins Mixed-Rennen geschickt hatte, bauten die beiden Coaches diesmal auf ihre Besten. Dahlmeier hatte wegen einer Magenverstimmung passen müssen.

Stunden vor dem Staffel-Rennen trainierte die 22-Jährige am Donnerstag erstmals am Holmenkollen. Im dichten Nebel absolvierte sie ein intensives Intervalltraining. "Sie macht einen sehr stabilen Eindruck, sie fühlt sich nicht müde oder schlapp", sagte Damen-Trainer Hönig. Für den Sprint hat er nun die Qual der Wahl, so droht etwa Miriam Gössner eine Rolle als WM-Touristin.

Vor den Augen von König Harald und Kronprinz Haakon musste Franziska Preuß gleich beim ersten Schießen in der Mixed-Staffel zweimal Nachladen. Fehlerfrei blieb die 21-Jährige dann im Stehendanschlag, übergab wenig später auf Platz vier. "Ich war meganervös. Es ist schon eine Ehre, in der Mixed-Staffel anlaufen zu dürfen", sagte sie.

Stark präsentierte sich Franziska Hildebrand. Die 28-Jährige benötigte zwei Reservepatronen, führte ihr Team in die Spitzengruppe. "Vielleicht ein Nachlader weniger und dann wäre es ganz optimal gewesen", sagte sie und ahnte: "Die Jungs sind top in Form. Ich glaube an unsere Männer, die machen das jetzt."

Gut drei Wochen nach seinem Horror-Sturz beim Weltcup in Presque Island zeigte Peiffer, dass er wieder voll fit ist. "Ich habe mich gut gefühlt, das Thema ist durch, mir geht's gut", sagte er. Erst beim letzten Schuss benötigte der Harzer einen Nachlader und kam zeitgleich mit der Ukraine, Frankreich und Norwegen zum letzten Wechsel. Peiffer wusste, was kommen wird: "Die Drei sind keine Pappnasen. Es wird extrem spannend."

Mit einem Nachlader ging Schempp zunächst als Dritter hinter den fehlerfreien Ukrainern und Franzosen auf die Strecke. Nach dem letzten Schießen musste er nur Fourcade kurz vor sich auf die Strecke lassen. Die beiden lieferten sich auf der Schlussrunde einen packenden Zweikampf.