Werder Bremen Eishockey-Manager Eichin folgt auf Allofs

Ein Neuer in Bremen: Manager Thomas Eichin (Bildmitte). 

(Foto: dapd)

Werder Bremen hat die Nachfolge des nach Wolfsburg abgewanderten Klaus Allofs geregelt: Neuer Geschäftsführer wird Thomas Eichin, früherer Bundesliga-Profi von Borussia Mönchengladbach. Zuletzt war Eichin überhaupt nicht im Fußball aktiv.

Der Mann, den sie zuletzt "Eismann" nannten, taute sofort auf. Im schicken Anzug, smart und eloquent präsentierte sich Eishockey-Manager Thomas Eichin bei seiner Vorstellung als neuer Geschäftsführer Sport von Werder Bremen. Auch nach 13 Jahren abseits des Fußballs fühlt sich der Nachfolger von Klaus Allofs noch mittendrin. "Ich sehe mich nicht als Quereinsteiger. Ich habe natürlich viele Eishockey-Spiele gesehen, aber ich habe auch im Fußball Stallgeruch", sagte der Mann, der einst 180 Bundesliga-Spiele für Borussia Mönchengladbach bestritten hatte.

43 Tage benötigte Werder, um nach dem plötzlichen Allofs-Abgang zum Bundesliga-Konkurrenten VfL Wolfsburg einen neuen starken Mann zu finden - und das in einer anderen Sportart. Eichin, langjähriger Geschäftsführer der Kölner Haie (seit 2001), soll mit Trainer Thomas Schaaf und dem Direktor Profi-Fußball Frank Baumann ein "magisches Dreieck" bilden, wie es Werders Vize-Präsident Hubertus Hess-Grunewald formulierte. Eichin jedenfalls hatte den Traum von einem Job im Fußball nie aufgegeben.

"Es ist immer mein großes Ziel gewesen, bei einem großen Bundesligisten in der Verantwortung zu stehen", fügte der 46 Jahre alte gebürtige Freiburger an: "Die Haie waren ein Geschenk für mich, aber ich habe den Fußball natürlich immer weitergelebt. Fußball ist immer noch mein Ding, ich habe auf diese Chance gewartet."

Eichin, der die Saison bei den Haien noch abwickelt und erst im Anschluss an die Play-offs an die Weser ziehen wird, erhielt beim Tabellenzwölften der Bundesliga einen Vertrag bis 2016. Aufsichtsratsboss Willi Lemke hält große Stücke auf den neuen Mann an der sportlichen Spitze, den die Werderaner erst nach den Absagen von Dietmar Beierdorfer und Marc Kosicke nach einem externen Tipp in der vergangenen Woche kontaktierten.

Wichtig war Lemke eine "smarte" Lösung, jemand, der "nicht die üblichen Pfade" weitergeht: "Schon nach dem ersten Gespräch haben wir gedacht, dass er es werden kann. Vor den Weihnachtstagen hat es sich zugespitzt." Lemke betonte, dass Schaaf eng in die Überlegungen einbezogen wurde. Am zweiten Weihnachtstag reiste Eichin eigens nach Salzburg, um mit dem Trainer zu sprechen. "Wir kennen uns vom Platz, aber es war ein wichtiges Gespräch", sagte Eichin: "Die Chemie muss einfach passen."

Sie passte, und Schaaf erteilte seinen Segen. Geht es nach Eichin, profitiert Werder künftig von seinen Eishockey-Erfahrungen. Die Kufencracks seien ein "nettes Völkchen", die auch mit Verletzungen auflaufen: "Ich werde dem Trainerteam sicher mal das eine oder andere mitteilen." In den kommenden Wochen wird sich der neue starke Mann an der Weser gezwungenermaßen noch zurückhalten.

Während es seine neue Mannschaft zwei Tage nach dem Trainingsauftakt am 3. Januar in die Sonne von Belek zieht, gilt Eichins Konzentration noch einmal den Haien, die als Tabellenzweiter der Deutschen Eishockey Liga (DEL) Titelchancen haben. Es wäre der perfekte Abschluss nach 13 Jahren im Klub. Und auch seine Frau wird dann durchatmen. Denn der Vater zweier erwachsener Töchter wird dann "nur noch eine Sportart beackern" - und zwar den Fußball.

Dabei will er erfolgreicher sein als in früheren Zeiten vor dem gegnerischen Tor. Noch heute ist Eichin einer der torungefährlichsten Spieler der Bundesliga-Historie. "In der zweiten Liga habe ich mal eines geschossen. Da hat der Trainer aber den vierten Ausländer eingewechselt, das Spiel wurde annulliert."