Wegen Verstoß gegen Financial Fair Play Uefa sperrt FC Málaga für ein Jahr

Martin Demichelis und der FC Málaga bekommen Probleme - die Uefa verhängte gegen den Klub eine Sperre

(Foto: AFP)

Europas Fußballverband macht ernst: Weil der spanische Scheichklub FC Málaga zuletzt über seine Verhältnisse gewirtschaftet hat, erhält er jetzt von der Uefa eine drastische Strafe. Von internationalen Wettbewerben in der kommenden Saison ist der Verein ausgeschlossen - auch andere Klubs sind betroffen.

Gerade noch hatten sie sich im Süden Spaniens gefreut, denn dem FC Málaga wurde als Erstem der Champions-League-Gruppe C ein machbarer Gegner für das Achtelfinale zugelost. Nach Porto wird es gehen - das ist erstens keine allzu weite Reise und zweitens kein Koloss im hochkarätig besetzten Wettbewerb. Doch jetzt bekommt der neureiche Scheichklub Ärger seitens der Uefa.

Málaga wird wegen Verstößen gegen das "Financial Fair Play" für ein Jahr aus dem Europapokal ausgeschlossen. Das gab die Europäische Fußball-Union am Freitag bekannt und kündigte ein weiteres Jahr Sperre für den Fall an, dass die Spanier bis zum 31. März 2013 immer noch nicht ihren Verpflichtungen nachkommen. Zudem muss der Verein 300.000 Euro Geldstrafe zahlen. Die laufende Champions-League-Saison ist zwar nicht betroffen, das Duell gegen Porto kann also steigen - aber für die Zukunft des erst kürzlich aufgerüsteten Klubs bedeutet die Bestrafung zunächst ein Ende des Nahost-geförderten Geldsegens.

"Die Maßnahmen sind völlig unangemessen und ungerechtfertigt", teilte der Klub in einer ersten Reaktion mit, Verwantwortliche sprachen von "totaler Empörung und Bestürzung". Der Verein versucht gerade, sich neu zu strukturieren und ist nicht mehr in der Lage, seine Schulden zu begleichen, nachdem der katarische Besitzer Abdullah Bin Nasser Al Thani die Finanzierung eingestellt hat. Unter anderem stehen Gehaltszahlungen an Spieler in Millionenhöhe aus, auch bei anderen Vereinen und dem spanischen Staat steht Malaga in der Kreide.

Entschieden wurde die Sache in Nyon von der Rechtsabteilung der Uefa-Finanzkontrollkammer für Klubs - neben Málaga erwischte es noch weitere Vereine auf Bewährung: Hajduk Split, NK Osijek (beide Kroatien), Rapid und Dinamo Bukarest sowie Partizan Belgrad können dem Ausschluss für eine Saison nur entgehen, wenn sie bis zum 31. März nachweisen, dass sie ihre Finanzen in Ordnung gebracht haben. Außerdem erhalten FK Vojvodina (Serbien), Arsenal Kiew (Ukraine) und Lech Posen (Polen) weitere Geldstrafen. Sanktionen mit Wettbewerbssperren treten nur dann in Kraft, wenn sich die betreffenden Vereine in den kommenden vier Jahren mindestens ein- bzw. zweimal für einen der europäischen Wettbewerbe qualifizieren.

Der Zeitraum, in dem die Sperre eintreten kann, ist in diesen Fällen auf drei Jahre beschränkt. Die Uefa und ihr Präsident Michel Platini haben sich mit dem "Financial Fair Play" zum Ziel gesetzt, dass die Vereine nicht mehr über ihre Verhältnisse leben. Verluste sollen begrenzt werden - einfach gesagt geht es darum, dass Klubs nur soviel ausgeben, wie sie auch einnehmen. Immer wieder waren Investitionen von Scheichs und reichen Öl-Oligarchen im internationalen Fußball auch vom FC Bayern kritisiert worden.

"Es gibt kein Zurück mehr", hatte Platini angekündigt. "Es gibt keine Hexenjagd. Wir wollen die Vereine schützen, nicht verfolgen", betonte der Franzose. Rummenigge, Präsident der europäischen Klub-Vereinigung Eca, hat immer wieder gefordert, undurchsichtiges Finanzgebaren konsequent zu ahnden. "Es scheint, als ob einige Klubs die Botschaft nicht verstanden haben. Es ist Zeit, die neuen Regeln ernst zu nehmen", sagte er zuletzt. "Viele Klubs waren zuletzt nicht bereit, nur das Geld auszugeben, das sie einnehmen. Sie haben die Wand immer näher kommen sehen - und haben trotzdem nicht auf die Bremse getreten", sagte Rummenigge kürzlich in einem Interview mit der Welt am Sonntag.

Bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) werden die Sanktionen jetzt begrüßt - doch DFL-Vize Heribert Bruchhagen hält die Andalusier für eine vergleichsweise kleine Nummer. "Ich weiß, dass Michel Platini sehr entschlossen ist, aber mir fehlte bislang der Glaube, dass man auch bei den Big Playern in der Lage ist, die Sanktionen durchzuhalten", sagte der Vorstandsvorsitzende von Eintracht Frankfurt dem SID: "Nichts gegen den FC Málaga, aber die Entscheidung wird erst fallen, wenn es einen der ganz großen in Europa trifft. Málaga ist nicht die Königsentscheidung, auch wenn ich die Sanktionen gutheiße." Die Bundesliga sei "in Teilen vorbildlich, was dieses Thema angeht".

Für zwei alte Bekannte aus der Bundesliga dürfte es in Málaga demnächst also problematisch werden: Die ehemaligen Bayern-Spieler Martin Demichelis und Roque Santa Cruz müssen nun hoffen, dass Vereinsmäzen Abdullah Bin Nasser Al Thani aus Katar sich etwas Neues einfallen lässt, um sein Projekt zu unterstützen.