Vor dem Europa-League-Spiel in Rom Drei Gladbacher Fans niedergestochen

Gladbach-Fans in Rom auf der Spanischen Treppe: 10.000 deutsche Anhänger waren nach Italien gereist.

(Foto: dpa)

Am Rande des Europa-League-Rückspiels bei Lazio Rom werden Anhänger von Borussia Mönchengladbach überfallen und erleiden Stichwunden. Es ist nicht das erste Mal, dass in Rom ausländische Fans überfallen werden. Die Stadt beschwert sich über den Müll, den die 10.000 deutschen Fans auf Roms Plätzen hinterlassen.

Am Rande der Begegnung zwischen Borussia Mönchengladbach und Lazio Rom sind in der italienischen Hauptstadt am Donnerstag drei deutsche Fans niedergestochen worden. Keiner der Verletzten sei in kritischem Zustand, berichteten italienische Medien unter Berufung auf Polizeiangaben. Demnach sei ein 50 Jahre alter Arzt auf der Milvischen Brücke vor dem Olympiastadion angegriffen worden, am Ufer des Tiber und vor dem Hilton-Hotel habe es weitere Angriffe gegeben. Zwei Borussia-Fans hätten dabei Messerstiche in den Oberschenkel bekommen, einer einen Stich in die Seite.

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Damit war nicht unbedingt zu rechnen: Durch ein überlegt herausgespieltes 2:0 in Genk erreicht der VfB Stuttgart in der Europa League die nächste Runde. Für die zuletzt gebeutelten Schwaben ist es ein schöner Erfolg. Gladbach kassiert bei Lazio Rom zwei frühe Gegentore und verabschiedet sich mit einer mauen Vorstellung aus dem Wettbewerb.

Zu den Vorfällen sei es noch vor Anpfiff der Begegnung zwischen dem Bundesliga-Zehnten und dem Vierten der Serie A gekommen. "Niemand ist in Lebensgefahr. Wir haben zu allen Kontakt, und allen dreien geht es gut. Es ist zum Glück nichts Dramatisches", sagte Borussias Pressesprecher Markus Aretz.

Die Polizei suche die Täter in der Lazio-Fanszene. Lazio-Präsident Claudio Lotito bedauerte die Vorfälle, er bezweifelte jedoch, dass die Angreifer dem Lager des italienischen Vereins zuzuordnen sind. "Die Polizei muss noch feststellen, ob es sich um Angriffe handelt, die von unseren Fans ausgingen, oder ob es sich um isolierte Fälle handelt, die nichts mit den Lazio-Tifosi zu tun haben", sagte Lotito.

Etwa 10.000 Anhänger von Borussia Mönchengladbach waren zum Europa-League-Rückspiel nach Italien gereist. Der Römer Bürgermeister Gianni Alemanno appellierte wiederholt an "die Welt der Fußball-Fans", die Gewalttätigen zu isolieren und sich zivilisiert zu benehmen. "Es ist nicht hinnehmbar, dass drei deutsche Fans von den Ultras der gegnerischen Mannschaft verletzt werden", sagte Alemanno. Bereits im Herbst hatte beim Gastspiel von Tottenham Hotspur in Rom einen schweren Überfall von Römer Gewalttäter auf eine Kneipe gegeben, in dem sich englische Fans am Vorabend des Spiels aufgehalten hatten.

Allerdings war der Bürgermeister diesmal auch ziemlich verstimmt über die Hinterlassenschaften der Gladbacher Anhänger. Nach Angaben etwa der Zeitung Il Messaggero bewegten sich die Anhänger zwischen den Sehenswürdigkeiten Roms und hinterließen eine Spur des Abfalls. "Es ist nicht hinnehmbar, dass die schönsten römischen Plätze in ein Fanlager verwandelt werden und die kunstvollsten Orte der Stadt von Flaschen und Müll bedeckt werden." Alemanno forderte ein respektvolleres Verhalten gegenüber des Städten, in denen Fußballspiele stattfinden.

Eine Woche nach dem 3:3-Spektakel im Borussia-Park verlor Mönchengladbach das Rückspiel gegen Lazio mit 0:2 (0:2) und brachte sich damit um das erste Europacup-Achtelfinale seit 18 Jahren. Lazio Rom trifft im Achtelfinale nun auf den VfB Stuttgart.