Uli Hoeneß Hoeneß kennt die Wirkung seiner Worte genau

Hoeneß war in eine Talksendung bei Sky eingeladen, als einziger Gast, er kam an in bester Plauderlaune. Es hatte ja auch größere offene Fragen gegeben in den vergangenen Wochen beim FC Bayern, auf all diese ging Hoeneß nun ein. Den Sonntagvormittag nutzte er zu seiner ganz persönlichen Regierungserklärung.

Hoeneß hat schon immer gewusst, welche Wirkung seine Worte haben, er weiß, dass sie anschließend das Gesprächsthema Nummer eins der Branche sein werden. Es kommt also eigentlich nur darauf an, wie er sie intoniert. Am Sonntag intonierte er sie als der Präsident eines Vereins, der genau wisse, was er wie macht - woran ja zuletzt der eine oder andere Beobachter gezweifelt hatte.

Eine Aussage, die eine Rückkehr Lahms in den Klub erschwert

Dass der Klub zum Beispiel nicht Philipp Lahm nach dessen Karriereende sofort als Vereinsfunktionär engagierte, das lag nicht an Lahm. Und es lag, so will Hoeneß verstanden werden, nicht daran, dass er selbst nicht bereit gewesen sei, Macht abzugeben, was Lahm ja zu seinem Abschied sehr deutlich angedeutet hatte. "Wir alle schätzen Philipp sehr, aber seinen Berater, den wir nicht schätzen, hätten wir miteinkaufen müssen." Es war eine Aussage, die wohl für die nächsten Jahre eine Rückkehr Lahms in den Klub erschwert; der langjährige Kapitän hat ein sehr enges Vertrauensverhältnis mit seinem Berater Roman Grill. Hoeneß sieht das allerdings nicht negativ, er betonte vielmehr, dass der neue Sportdirektor Hasan Salihamidzic ohnehin "möglicherweise die Königslösung" sei. In seinen ersten 14 Tagen habe dieser "schon öfter dazwischengehauen als Matthias Sammer in einem Jahr".

Dann lobte Hoeneß noch Ancelotti als einen "großartigen Trainer", doch auch für ihn hatte er eine Botschaft. Der FC Bayern befinde sich in einem Umbruch, sagte Hoeneß, und nun sei Ancelotti "gefordert, diese Dinge unter einen Hut zu bekommen".

Sollte die zurückgewonnene Leichtigkeit bleiben, steht der FC Bayern also wohl vor einem harmonischen Herbst. Sollte sie jedoch verloren gehen, dürfte es nicht lange dauern, bis sich Hoeneß wieder zu Wort meldet.

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