Trainersuche beim VfL Wolfsburg Bernd Schuster vor erstem Engagement in der Bundesliga

Trotz der Qualifikation für das Pokal-Viertelfinale soll Lorenz-Günther Köstner seine Trainerstelle beim VfL Wolfsburg wieder räumen: Laut Medienberichten soll sich der Klub mit Bernd Schuster einig sein. Für den früheren Nationalspieler wäre es die erste erste Trainerstation in der ersten Fußball-Bundesliga.

Der Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg steht nach übereinstimmenden Medienberichten kurz vor der Verpflichtung von Bernd Schuster als Trainer. Wie die Bild-Zeitung und das Fachmagazin kicker am Donnerstag berichteten, soll der frühere Nationalspieler einen Vertrag bis 2015 unterschreiben. Schuster würde den bisherigen Interimstrainer Lorenz-Günther Köstner ablösen, der das Amt nach der Trennung von Felix Magath übernommen hatte. Die Verantwortlichen des VfL waren am Donnerstagmorgen zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Zu angeblichen Kontakten zu Schuster hatte sich VfL-Geschäftsführer Klaus Allofs am Mittwoch nach dem 2:1 im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Bayer Leverkusen nicht äußern wollen. Er antwortete auf die Frage, ob Schuster Trainer des VfL werde: "Das kann ich heute nicht sagen." Auf Nachfrage erklärte Allofs: "Wir werden eine Entscheidung treffen, wenn wir sie treffen können."

Am Donnerstag aber erklärte Allofs: "Es ist richtig, dass Bernd Schuster ein Kandidat ist, aber es müssen alle Rahmenbedingungen stimmen. Es gibt verschiedene Dinge zu klaren."

Für den 52 Jahre alten ehemaligen Nationalspieler Schuster wäre es die erste Trainerstation in der Bundesliga. Seinen größten Erfolg feierte er mit dem spanischen Rekordmeister Real Madrid, mit dem er 2008 die nationale Meisterschaft gewann. Zuletzt war er bis März 2011 bei Besiktas Istanbul tätig gewesen.

Köstner klang nach dem Sieg gegen Leverkusen schon so, als wolle er sich verabschieden. Während der Pressekonferenz bedankte er sich bei "meinem Trainerstab, allen Mitarbeitern des Vereins und dem Aufsichtsrat für das Vertrauen. Ich habe das gern gemacht und bin auch immer noch gern in Wolfsburg. Mein Vertrag bei der zweiten Mannschaft läuft übrigens bis zum 30. Juni 2013." Er verwies dabei auch auf seine Verdienste, die Mannschaft nach der Entlassung von Felix Magath wieder halbwegs in Form gebracht zu haben: "Wir haben ein Fundament geschaffen, der VfL ist gut für die Rückrunde gewappnet."

Am Donnerstag rückte Köstner dann offiziell ins zweite Glied zurück. Der 60-Jährige trainiert ab sofort wieder die U23-Mannschaft des Klubs. "Es herrschen klare Verhältnisse. Ich habe mich von jedem Einzelnen verabschiedet", sagte Köstner nach einem gemeinsamen Frühstück mit dem Profiteam: "Natürlich ist man immer traurig, wenn man von einer Mannschaft weggeht." Allofs dankte dem Oberfranken für seine Arbeit und erklärte: "Jetzt haben wir entschieden, dass zum Ende der Hinrunde der richtige Zeitpunkt gekommen ist, eine perspektivische Entscheidung zu treffen."