SV Donaustauf Klaus Augenthaler in der Bezirksliga: Diesmal keine Satire

"Es ist kein Marketing-Gag": Klaus Augenthaler, Weltmeister als Spieler, bei seiner Vorstellung in einem Einkaufszentrum in Regensburg.

(Foto: Armin Weigel/dpa)
  • Klaus Augenthaler, Weltmeister von 1990, stellt sich als Trainer des Siebtligisten SV Donaustauf vor.
  • Er will wieder spüren, dass er gebraucht wird, nach fünf Jahren ohne Trainerjob.
  • Augenthaler will im Sommer antreten, dann rücken die jetzigen Trainer ins zweite Glied.
Von Andreas Glas

Wenn Klaus Augenthaler eine Pressekonferenz gibt, dann ist Vorsicht geboten. Es könnte Satire sein. Wie im Jahr 1998, als er Trainer in Österreich war, beim Grazer AK. Die Pressekonferenz fand damals in einem Bierstüberl statt, Augenthaler drehte eine Schachtel Marlboro zwischen den Fingern und gab seine Kündigung bekannt. Links von ihm saß der Litauer Albertas Klimawiszys, den der Verein als Nachfolger präsentierte.

Der neue Trainer kündigte an, dass die Spieler von jetzt an kalt duschen müssten, dann sang er ein litauisches Volkslied - und Augenthaler verkniff sich das Lachen. Am Ende stellte sich raus: Der neue Trainer mit dem falschen Schnauzer war in Wahrheit Komiker Hape Kerkeling - und Augenthaler hatte ihm als Lockvogel geholfen, die Journaille zum Narren zu halten.

Wo Schlagersänger-Karrieren enden

An diesem Mittwochnachmittag, 18 Jahre später, ist wieder eine Pressekonferenz angekündigt, wieder mit Augenthaler, wieder in einem Bierstüberl, diesmal in Regensburg. Und wieder klingt es nach Satire: Augenthaler, Weltmeister als Spieler, dann Trainer bei den Erstligaklubs 1. FC Nürnberg und VfL Wolfsburg, bei Champions-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen, soll als neuer Trainer des Oberpfälzer Bezirksligisten SV Donaustauf vorgestellt werden.

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Das Stüberl heißt "Glöckl-Biergarten", und die rustikale Fassadengestaltung täuscht drüber hinweg, dass man sich nicht im Biergarten befindet, sondern: in einem Einkaufszentrum. Wo Schlagersänger-Karrieren beerdigt werden, soll die Trainerkarriere des Klaus Augenthaler, 58, also wieder Fahrt aufnehmen.

Um 15 Uhr verlässt Augenthaler das Bierstüberl, geht die Treppe runter in die Einkaufspassage, zwischen Orsay und dm haben sie ein Podium für ihn aufgebaut, die Journalisten warten schon, und hinter den Journalisten sitzt eine Gruppe älterer Herren vor Weißbiergläsern, einer sagt: "Müde schaut er aus, der Auge." Sein Nachbar murmelt: "Ja mei, die Zeit vergeht."