Stimmen zum DFB-Sieg "Das kann ein entscheidender Wendepunkt sein"

"Das kann ein entscheidender Wendepunkt sein": Thomas Müller.

(Foto: Odd Andersen/AFP)

Thomas Müller spricht von "Schmetterlingen" und wilden Gefühlen, Schwedens Trainer klagt über respektlose Deutsche. Die Stimmen zum Spiel.

Bundestrainer Joachim Löw: "Der Sieg kam glücklich in der Nachspielzeit und in Unterzahl zustande. Letztendlich war es schon auch verdient, weil wir an uns geglaubt haben, drangeblieben sind. Wir haben eine gute Moral bewiesen. Eigentlich hatte Schweden nur zwei Möglichkeiten. So ein Fehler passiert auch einem Spieler wie Toni Kroos. Ich freue mich sehr, dass er dann das Tor erzielt hat. Heute haben wir bei weitem weniger Fehlpässe gesehen als gegen Mexiko. Bei unserem offensiven Drang kann ein Fehler immer zu einem Gegentor führen."

Schwedens Nationaltrainer Janne Andersson: "Einige der Deutschen fingen an zu feiern, indem sie in unsere Richtung liefen und Gesten machten, das hat mich sehr geärgert, das war respektlos. Wir haben 90 Minuten gekämpft, wenn dann der Schlusspfiff ertönt, schüttelt man sich die Hand und verhält sich nicht so. Ich habe mich wirklich sehr darüber geärgert. Wir haben 95 Minuten gekämpft, stehen aber am Ende mit leeren Händen da. Das war sehr enttäuschend. Die TV-Bilder haben gezeigt, dass es in der ersten Hälfte ein Elfmeter hätte für uns sein müssen."

DFB-Team per Twitter: "Es war ein emotionales Spiel. Am Ende war die eine oder andere Reaktion oder Geste unseres Betreuerstabes in Richtung der schwedischen Bank zu emotional. Das entspricht nicht unserer Art. Dafür haben wir uns beim schwedischen Trainer & seinem Team entschuldigt. Ursäkta! #GERSWE"

Thomas Müller: "Wir haben alles reingelegt. Und am Schluss wurden wir belohnt. Wir waren auch noch in Unterzahl. Wir müssen bis zur letzten Sekunde dranbleiben, manchmal wird man belohnt. Wir hatten auch etwas Pech beim Pfostenschuss von Julian Brandt, und Mario Gomez hatte auch noch eine große Chance. Das Gegentor war natürlich nicht eingeplant. Es ist nicht selbstverständlich, das noch umzubiegen. Das kann ein entscheidender Wendepunkt sein. Das wird man aber erst später sehen. Die Schmetterlinge fliegen jetzt gerade. Die Schweden haben von der ersten Minute extremes Zeitspiel betrieben, mit fünf Minuten Nachspielzeit waren sie gut bedient. Möglich ist alles - vom Worst Case bis zum Höchsten der Gefühle."

Marco Reus: "Tonis Schuss, was soll man dazu sagen? Bei dieser WM sind sehr viele Tore zum Schluss gefallen, heute war das Glück auf unserer Seite. Wir haben gut angefangen, hatten aber nicht die dicken Chancen. Schweden hat es gut gemacht, stand kompakt und eng. Es ist auf dem Platz schwer zu sagen, warum wir die Fehler machen. Toni hat den Fehler gemacht, hat ihn ausgebügelt und damit alles richtig gemacht."

Toni Kroos: "Insgesamt im Spiel haben wir wieder die Phasen, wo wir richtig gut waren und die Chancen nicht gut genutzt wurden. Wir wurden viel kritisiert, teilweise auch zu Recht, gerade viele Leute hätte es in Deutschland gefreut, wenn wir heute rausgegangen wären. Natürlich geht das erste Tor auf meine Kappe, wenn du im Spiel 400 Pässe spielst, dann kommen auch mal zwei nicht an. Jetzt müssen wir uns erholen, haben nicht ganz so viel Zeit, müssen Südkorea schlagen und überzeugend auftreten."

Reinhard Grindel (DFB-Präsident): "Wir haben deutlich besser gespielt als gegen Mexiko und eine deutliche Reaktion gezeigt. Es hat auch den einen oder anderen Fehler gegeben, aber da war Zug drin, es gab eine klare Zuordnung und Kombinationen, die wir gegen Mexiko nicht gesehen haben. Joachim Löw hat Veränderungen vorgenommen, die sich alle als richtig erwiesen haben. Wir müssen aufhören, nach einem Spiel alles schlechtzureden. Ich glaube, dass solche eine Erfahrung und so ein Erlebnis Kräfte freisetzt."

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