Ski alpin in Val d'Isère Höfl-Riesch enttäuscht, Gut gewinnt

Nicht schnell genug: Maria Höfl-Riesch landete in Val d'Isère nur auf Platz 13. 

(Foto: REUTERS)

Beim Abfahrtsrennen in den französischen Alpen wird Maria Höfl-Riesch nur 13., bei den Männern deklassiert Svindal die Super-G-Konkurrenz, Lindsey Vonn berichtet von Depressionen. Bambergs Basketballer schaffen die nächste Euroleague-Runde. Tim Tscharnke feiert seinen ersten Weltcup-Sieg im Langlauf. Die LA Lakers enttäuschen in der NBA erneut.

Sportnachrichten in Kürze

Ski alpin, Frauen: Die Schweizer Ski-Rennläuferin Lara Gut hat vom Sturz von Lindsey Vonn profitiert und die dritte Weltcup-Abfahrt dieses WM-Winters gewonnen. Die 21-Jährige setzte sich auf der wegen Windes verkürzten Piste "Oreiller-Killy" überraschend vor Vonns Teamkollegin Leanne Smith (+0,16 Sekunden) durch und holte ihren dritten Weltcup-Sieg. Maria Höfl-Riesch (Partenkirchen) belegte 1,17 Sekunden hinter Gut, die wie Smith wegen ihrer frühen Startnummer bevorteilt war, Platz 13. Gina Stechert (Oberstdorf/0,96) kam auf Platz elf. Vonn hatte vor dem Rennen mit einem Interview für großes Aufsehen gesorgt, in dem sie gestand, seit Jahren an Depressionen zu leiden.

In Val d'Isere rutschte sie nach 16 Fahrsekunden weg, weil sie sich zu weit nach innen gelegt hatte. Vonn überschlug sich, durschlug rücklings zwei Fangzäune. Erst das dritte Netz stoppte ihren Sturz. Unter bangen Blicken ihrer Schwester Laura, die im Zielraum stand, blieb sie zunächst einige Sekunden regungslos liegen. Vonn konnte jedoch bald aufstehen und offenbar unverletzt ins Ziel abfahren. Höfl-Riesch hatte an der gleichen Stelle Probleme wie Vonn. "Das war ein kleiner Schock. Die Kurve habe ich total verhauen, das war die große Problemkurve. Da habe ich Glück gehabt", sagte sie.

Lindsey Vonn, Depression: Skirennfahrerin Lindsey Vonn hat im US-Magazin People erstmals offen über eine langjährige psychische Erkrankung gesprochen. Deren Symptome deuten auf eine Depression hin. Nach einer Diagnose im Jahr 2008 sei die Krankheit mit Medikamenten behandelt worden, heißt es in einem Bericht. "Ich kam nicht mehr aus dem Bett. Ich fühlte mich hoffnungslos, leer, wie ein Zombie", sagte die amerikanische Abfahrts-Olympiasiegerin über diese Zeit in einem Gespräch, das augenscheinlich vor der Weltcup-Saison geführt wurde. "Ich konnte noch nicht einmal mehr weinen." Aufgetreten seien die Symptome erstmals nach ihren ersten Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City und nach Spannungen mit ihrem Vater, der ihr erster Trainer war. "Wegen meiner Dickköpfigkeit oder Scham oder weil ich nicht zugeben wollte, dass etwas falsch ist, habe ich nichts deswegen gemacht." Einen Monat, nachdem sie mit der Einnahme von Medikamenten begonnen habe, sei sie "wie ein anderer Mensch" gewesen. "Es war verrückt. Ich war begeistert, wieder rauszugehen. Ich hatte Glück, sofort die richtige Behandlung zu finden", sagte die 28 Jahre alte viermalige Gesamtweltcupsiegerin.

Ski alpin, Männer: Ski-Rennläufer Aksel Lund Svindal hat im dritten Super-G des Winters seinen dritten Saisonsieg geholt. Der 29 Jahre alte Norweger, der schon beim ersten Super-G in Lake Louise nicht zu schlagen war, deklassierte das Feld in Gröden. Matteo Marsaglia aus Italien, der Svindal in Beaver Creek noch geschlagen hatte, hatte als Zweiter bereits 1,07 Sekunden Rückstand. Rang drei belegte Marsaglias Teamkollege Werner Heel (+1,12). Derweil setzte sich die Pechsträhne der deutschen Abfahrer fort. Stephan Keppler aus Ebingen fuhr mit dem Kopf voran in ein Tor, das ihm die Skibrille vom Gesicht riss. Der 29-Jährige verhinderte nur mit sehr viel Mühe einen Sturz, verlor jedoch viel Zeit. Ohne die Brille, die hinten an Kepplers Helm hing, war Kepplers linkes Auge, das seit einem Sturz in Beaver Creek lädiert ist, dem Fahrtwind voll ausgesetzt. Keppler verpasste die Punkteränge mit einem Rückstand von 4,25 Sekunden auf Svindal deutlich. "Der Schnee war sehr griffig, deswegen habe ich ein bisschen Probleme gehabt. Dann hat der Ski sehr stark gegriffen und ich bin in das Tor reingefahren, da fliegt auch schon mal die Brille weg", sagte Keppler: "Ich hatte ein scheiß Jahr bisher."

Tour de France, Start: Die Tour de France startet 2014 in Nordengland. Wie die Organisatoren der wichtigsten Radrundfahrt der Welt am Freitag verkündeten, erhielt die Grafschaft Yorkshire mit den Städten Leeds, Sheffield oder Bradford den Zuschlag für den sogenannten "Grand Départ". Damit kehrt das Peloton sieben Jahre nach dem Rennauftakt 2007 in London nach Großbritannien zurück, dem Land des diesjährigen Tour-Champions Bradley Wiggins. Traditionell absolviert das Tour-Feld bei Starts außerhalb Frankreichs drei Etappen im Gastland. Eine Etappe ist in London geplant, verriet die Rennleitung. Im Sommer 2013 findet der Start der 100. Tour auf Korsika statt.

Basketball, Euroleague: Die Brose Baskets Bamberg haben sich für die Zwischenrunde qualifiziert. Der deutsche Meister gewann das entscheidende letzte Vorrundenspiel gegen Partizan Belgrad mit 92:90 (80:80, 47:35) nach Verlängerung und eroberte den vierten Tabellenplatz. Damit stehen zum ersten Mal zwei deutsche Vereine in der Top-16-Runde des bedeutendsten europäischen Klub-Wettbewerbs. Alba Berlin hatte das Weiterkommen vorzeitig gesichert und ist jetzt in der Gruppe E Gegner der Bamberger. Bostjan Nachbar war beim schwer erkämpften Erfolg in der mit 6800 Zuschauern ausverkauften "Frankenhölle" mit 23 Punkten bester Werfer der Bamberger, die erst zum zweiten Mal nach 2005/06 die erste Runde überstanden. Mit dem Sieg sorgte die Mannschaft von Trainer Chris Fleming gleichzeitig für die beste deutsche Europokal-Bilanz der Geschichte.

Bamberg erwischte einen guten Start und setzte sich zwischenzeitlich bis auf 15 Punkte ab. Der Vorsprung blieb bis zur Pause stabil, im der zweiten Hälfte kam Belgrad aber wieder ran und machte es spannend. Zwei Sekunden vor dem Ende des vierten Viertels glich der serbische Meister aus. Auch in der Verlängerung blieb das Spiel offen, John Goldsberry sorgte erst mit einem verwandelten Freiwurf neun Sekunden vor der Schlusssirene für die Entscheidung. Mit dem Erfolg tankte der Double-Gewinner der vergangenen drei Spielzeiten Selbstvertrauen für das Bundesliga-Spitzenspiel am Sonntag (15.05 Uhr/Sport1) bei Alba Berlin, das zum Abschluss der Euroleague-Vorrunde beim 72:86 (24:48) bei Maccabi Tel Aviv chancenlos war. Deon Thompson erzielte als bester Werfer der Berliner 16 Punkte. Als Topscorer des 50-maligen israelischen Champions Tel Aviv kam Ricky Hickman auf 17 Zähler.

Basketball, NBA: Trotz 31 Punkten von Kobe Bryant haben die Los Angeles Lakers ihre vierte Niederlage in Serie kassiert. Bei den New York Knicks verloren die Lakers am Donnerstagabend (Ortszeit) mit 107:116. Nach der 14. Pleite dieser Saison bleibt das Team, das weiter ohne die verletzten Stars Steve Nash und Pau Gasol auskommen muss, auf dem viertletzten Platz in der Western Conference. Der 16-malige NBA-Champion ist momentan weit vom Einzug in die Playoffs entfernt. "Wir müssen einige Probleme lösen", sagte Trainer Mike D'Antoni. Superstar Bryant ergänzte: "Das war hart. Das Team hat keine Stabilität." Die Knicks hingegen sind zu Hause weiter ungeschlagen und stehen auf Platz eins der Eastern Conference. Ihr Star Carmelo Anthony erzielte in nur 23 Minuten 30 Punkte. Bereits nach dem ersten Viertel lag das Heimteam mit 41:27 vorne, zur Halbzeit mit 68:49. Die Portland Trail Blazers gewannen unterdessen mit 98:90 gegen die San Antonio Spurs. Vor allem Rookie Damian Lillard überzeugte bei Portland mit 29 Punkten. Die Spurs verloren das erste Mal in dieser Saison zwei aufeinanderfolgende Partien und liegen mit insgesamt sechs Niederlagen auf Platz zwei der Western Conference.

Schwimmen, Bundestrainer: Henning Lambertz ist neuer Chef-Coach der deutschen Schwimmer. Der 42-Jährige wurde am Freitagmorgen am Rande der Kurzbahn-WM wie erwartet vom Deutschen Schwimm-Verband (DSV) offiziell vorgestellt. Lambertz, der seine Aufgabe als Trainer am Leistungsstützpunkt Essen nach einer Übergangsphase nicht fortführen wird, erhält einen zunächst bis Ende 2016 befristeten Vertrag mit einer Option zur Verlängerung um weitere vier Jahre. Lambertz tritt die Nachfolge des vor einem Jahr entlassenen Dirk Lange an, besitzt aber erweiterte Kompetenzen.

Langlauf, Weltcup: Tim Tscharnke aus Biberau hat für den ersten deutschen Langlauf-Weltcup-Sieg in dieser Saison gesorgt. Der Thüringer setzte sich am Donnerstag im kanadischen Canmore über 15 Kilometer im klassischen Stil mit Massenstart in 41:14,8 Minuten durch. Er verwies den Norweger Sjur Röthe mit 4,8 Sekunden Vorsprung auf Platz zwei. Tobias Angerer aus Vachendorf sorgte als Dritter mit 5,8 Sekunden Rückstand für einen weiteren deutschen Podestplatz. Das völlig überraschende sehr gute Abschneiden der DSV-Athleten komplettierten Hannes Dotzler aus Sonthofen als Sechster und der Frankenhainer Jens Filbrich mit Platz 13.

Der Flügelflitzer Immer dem Taxi nach

Er bewarf Jugendliche mit Dartpfeilen, bekam in einem Jahr 27 Strafzettel und gilt generell als Riesentyp: Mario Balotelli ist nicht nur ein besonderer Fußballer, er fährt auch gerne Auto. So gerne, dass er sich von Taxis zu Terminen leiten lässt. Damit folgt er einer Marotte einiger Kollegen.

(Video: Süddeutsche.de, Foto: dapd)

Fußball, Italien: Der AC Mailand ist durch einen 3:0 (0:0)-Erfolg über den Zweitligisten Reggina Calcio ins Viertelfinale des italienischen Pokals eingezogen. Durch den Sieg der Mailänder am Donnerstagabend kommt es in der Runde der besten Acht nun zum Duell mit Fußball-Rekordmeister Juventus Turin, der am Mittwoch 1:0 (0:0) gegen Cagliari gewonnen hatte. Mario Yepes (51. Minute), Mbaye Niang (79.) und Giampaolo Pazzini (81.) trafen bei Schneefall für die Gastgeber, die gegen Reggina erst nach der Pause ihre Überlegenheit in Tore ummünzen konnten. Am 9. Januar gastiert Milan nun beim Dauerrivalen Juve.

Handball, Frauen: Die deutschen Handballerinnen haben die Hauptrunde bei der EM in Serbien mit einem Prestigeerfolg beendet, den Einzug in das Spiel um Platz fünf aber verpasst. Die Mannschaft von Bundestrainer Heine Jensen besiegte Rumänien in Novi Sad mit 25:23 (16:9), die Schützenhilfe Ungarns blieb aber aus. Die bereits zuvor für das Halbfinale qualifizierten Ungarinnen unterlagen Russland 25:31. Dank der mehr erzielten Tore zog Rekordweltmeister Russland noch an der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) vorbei.

Rasenschach - die Fußball-Taktikkolumne Nummer Neuneinhalb lebt

Borussia Mönchengladbach nach Marco Reus: Trainer Lucien Favre musste in der Hinrunde ordentlich tüfteln, um einen Klon des nach Dortmund abgewanderten "Halbstürmers" zu finden. Mittlerweile scheint ein Ersatz gefunden.

(Video: Süddeutsche.de)

Schwimmen, Kurzbahn-WM: Die Litauerin Ruta Meilutyte hat bei der Kurzbahn-WM in Istanbul ihren zweiten Kurzbahn-Europarekord aufgestellt. Die erst 15-Jährige, die bei Olympia in London Gold über 100 Meter Brust gewonnen hatte, gewann in der Sinan Erdem Arena das Finale über 50 Meter Brust in 29,44 Sekunden. Damit blieb Meilutyte nochmals sieben Hundertstelsekunden unter ihrer am Mittwoch im Halbfinale erzielten Bestmarke.

Fußball, Club-WM: Champions-League-Sieger FC Chelsea steht im Finale der Fußball-Club-Weltmeisterschaft in Japan. Der Premier-League-Club gewann am Donnerstag mit 3:1 (1:0) gegen den mexikanischen Verein CF Monterrey. Der Spanier Juan Mata traf in der 17. Minute zum 1:0 für die Blues, das 2:0 erzielte Stürmer Fernando Torres direkt nach Wiederanpfiff. Nur zwei Minuten später erhöhte der Mexikaner Darvin Chavez mit einem Eigentor auf 3:0. In der Nachspielzeit erzielte Aldo de Nigris das 1:3 für Monterrey. Im Finale treffen die Londoner am Sonntag auf den früheren Bundesliga-Profi Paolo Guerrero und sein Team Corinthians Sao Paulo aus Brasilien. Der Gewinner der südamerikanischen Copa Libertadores hatte am Mittwoch das erste Halbfinale gegen den afrikanischen Champions League-Sieger Al-Ahly aus Ägypten mit 1:0 für sich entschieden.